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Der Faschismus ist wieder da

Ich habe heute von einer Meldung des Nachrichtenmagazins Fokus erfahren. Darin wird berichtet, dass in einem Gymnasium in Mecklenburg Vorpommern zweimal wöchentlich Corona-Tests bei den Schülern durchgeführt werden. Bei wem der PCR-Test keinen Baustein des Corona-Virus findet, bekommt einen grünen Punkt auf sein Namensschild und darf sich in der Schule frei bewegen. Wer jetzt nicht erkennt, dass das praktizierter Faschismus ist, der wird es wahrscheinlich erst begreifen, wenn er selbst irgendwann von der Polizei zu Hause abgeholt und in ein Gefangenenlager gesperrt wird.

Ich selbst habe vor ein paar Tagen in einem Kommentar unter einem YouTube-Video die diffamierenden Aussagen des Sprechers gegenüber den Menschen kritisiert, die gerade für die Einhaltung des Grundgesetzes demonstrieren. Daraufhin hat der Betreiber des YouTube-Kanals mir persönlich ein Video gewidmet, in dem er mich, sowie alle Demonstranten für das Grundgesetz weiter beleidigt hat. Das Schlimme daran ist, dass die über 200 Kommentare unter dem Video dem Betreiber des Kanals recht geben und ihn bestätigen. YouTube hat in diesem Fall trotz meiner Beschwerde nichts unternommen.

Für mich wird hier deutlich sichtbar, dass der Faschismus in unserer Gesellschaft wieder da ist und viele Menschen diesem Faschismus mit tiefer Überzeugung hinterher laufen. Deswegen kann ich nur sagen:

Schließt Euch den Demonstrationen vor Ort an und geht auf die Straße und haltet dabei das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland hoch. Ganz wichtig: Bitte bleibt dabei friedlich!

Tauschen wir Freiheit gegen Sicherheit ?

Ich kann mich noch erinnern: Vor einigen Jahren haben wir mit dem Finger noch auf die Länder gezeigt, die die Menschen in ihrem Land unterdrückten, Ausgangssperren verhängten, Versammlungen von mehr als drei Leuten bestraften und wo die Menschen der regierenden Partei an den Lippen hingen. Wie haben wir im Westen über die DDR gelacht oder über Länder im Nahen Osten gespottet, die die Menschen so sehr unterdrücken, bis nichts mehr in dem Land funktionierte. Ich dachte immer, das uns so etwas im aufgeklärten Europa mit seinen mündigen Bürgern nie passieren könnte.

Eines Tages kommt die Meldung in den Nachrichten vom „Coronavirus“. Es ist wohl nur ein gewöhnliches Virus, vergleichbar mit einem Grippevirus. Die Medien und die Bundesregierung machen den Menschen aber Angst und warnen vor bedrohlichen Szenarien, von überfüllten Krankenhäusern und Massen an Toten. Die Verbreitung dieses Virus muss unbedingt verlangsamt werden. Plötzlich haben viele Menschen in Deutschland so sehr die Hosen voll vor Angst, dass sie anfangen, Klopapier und H-Milch zu horten.

Mittlerweile ist es in Deutschland verboten, die Wohnung ohne triftigen Grund zu verlassen oder mit Menschen in Kontakt zu treten. Demonstrationen und öffentliche Zusammenkünfte sind bei schwerer Bestrafung verboten. Firmen stellen ihren Betrieb ein. Gottesdienste entfallen. Die Wirtschaft droht zu kollabieren. Das schlimmste daran ist, dass die meisten Menschen in Deutschland diese Maßnahmen in vorauseilendem Gehorsam befürworten. In den sozialen Medien, wird schon der Ruf laut, dass bei Mangel  an Arbeitskräften in der Landwirtschaft, Schüler zur Zwangsarbeit eingeteilt werden sollen.

Die Menschen in Deutschland haben ihre Freiheit ohne zu Zögern gegen ihre vermeintliche Sicherheit getauscht. Sie nehmen billigend in Kauf, beides zu verlieren.

Die Schwierigkeit in dieser Situation ist, dass wir alle nicht wissen, welche Absichten die Regierungen weltweit mit dieser ganzen Aktion verfolgen. Auf die meisten Medien können wir uns nicht verlassen. Von den alternativen Medien, sind nur noch wenige übrig geblieben, die eine von der Regierung abweichende Position vertreten wie zum Beispiel KenFM .

Wie gehe ich mit der Situation um?

  • Als erstes genieße ich erst einmal die Ruhe durch die Ausgangsbeschränkung und arbeite an meinen eigenen Projekten weiter.
  • Ich informiere mich über die alternativen Medien, aber auch über die Staatsmedien und versuche, das mit anderen Informationen abzugleichen, die mir zu Verfügung stehen. Ich verwende aber nicht zu viel Zeit dafür, weil das nicht gesund für den Geist ist.
  • Ich gehe raus in den Garten oder zu unseren Bienen.
  • Ich bleibe in Kontakt mit meinen Freunden und Bekannten und versuche, ihnen die Ängste zu nehmen und die Informationen, die mir zu Verfügung stehen zu teilen.
  • Ich lese täglich in der Bibel, bete und meditiere. Das hilft mir, auf dem Boden zu bleiben und meine Menschlichkeit und die Nächstenliebe nicht zu verlieren.
  • Ich äußere meine Ansichten und Einschätzungen und lasse mich dabei von meinem Gewissen und meinem Glauben leiten.
  • Ich erinnere mich an das Buch „Von der Diktatur zur Demokratie“ von Gene Sharp, dass ich mal gelesen habe.

 

Zuckerschnute-Süßwaren

Vor kurzem hat der Online-Shop Zuckerschnute-Süßwaren geöffnet, in dem es Süßwaren wie Schokolade und Honig, sowie Getränkepulver wie Kolakao zu kaufen gibt. Die Schokoladen, die von Manufakturen in der Dresdner Region hergestellt werden habe ich bereits persönlich probiert und sie sind ausgezeichnet. Ich war überrascht, wie gut Schokolade schmecken kann und kann die Produkte und auch diesen Shop nur weiter empfehlen.

Die Methode der Selbstfinanzierung

In den letzten Jahren habe ich viele Projekte erlebt, in denen versucht wurde, dem Geld von Investoren hinterher zu jagen. Keines dieser Projekte war erfolgreich. Es wurde viel Geld verbraten und viele Monate umsonst gearbeitet. Das lag an folgenden Umständen:

  • Es wurden Dinge entwickelt, die niemand gebrauchen konnte.
  • Die Projekte waren viel zu aufwändig und konnten von den Projektteilnehmern nicht gestemmt werden.
  • Die Leute, die etwas Geld investierten, hatten plötzlich Mitspracherecht im Projekt und haben durch ihre Erwartungen das Projekt in Richtungen gedrängt, die technisch unsinnig waren.
  • Die Projekte wurden in vorauseilendem Gehorsam so angepasst, dass die Investoren gewogen gestimmt werden sollten.
  • Technische Schwierigkeiten wurden von allen verdrängt.

In den letzten Jahren hat sich nur der Online-Shop der H-CoTec UG erfolgreich gezeigt, der von uns gegründet wurde. Hier wurde die Methode der Selbstfinanzierung angewendet. Die Methode der Selbstfinanzierung wurde in diesem Fall so realisiert, dass für einen geringen Geldbetrag Waren eingekauft wurden. Die Waren wurden dann mit einem Gewinn weiter verkauft, so dass etwas mehr Geld auf dem Konto dies Online-Shops war. Der Arbeitsaufwand für den Betrieb des Online-Shops wurde hier gründlich ermittelt und mit in den Verkaufspreis eingerechnet. Der Verkaufserlös wurde wieder verwendet, um Waren einzukaufen, die wiederum mit Gewinn verkauft wurden. Dadurch begann der Online-Shop exponentiell zu wachsen und er tut dies bis heute. Um zu zeigen, was exponentielles Wachstum bedeutet, möchte ich ein Beispiel berechnen:

Angenommen, es soll eine Produktionsfirma für kleine Handtuchhalter aus Kunststoff aufgebaut werden. Der erste Schritt besteht darin, einen Handtuchhalter aus Wachs zu schnitzen, und ihn dann mit Silikon abzuformen. So können die Handtuchhalter über das Gießen mit Gießharz leicht vervielfältigt werden. Angenommen ein Handtuchhalter kostet in der Herstellung 50 Cent. Verkauft wird er für 1 Euro. Das Startkapital, dass zu Verfügung steht beträgt 10 Euro. Es können also 20 Handtuchhalter hergestellt werden. Diese werden für 20 Euro verkauft.

Mit diesem Geld können nun 40 Handtuchhalter hergestellt werden, die dann für 40 Euro verkauft werden. Die Zahlen entwickeln sich, wie in der Tabelle beschrieben exponentiell:

selbstfinanzierung

Angenommen, man produziert jede Woche eine neue Charge Handtuchhalter, so hat man in acht Wochen das Startkapital von 10 Euro auf 2560 Euro exponentiell vermehrt. Diese Rechnung zeigt eines: Geld, ist nicht das Problem. Das Problem besteht darin, dass die Kundschaft die Handtuchhalter benötigt und diese auch findet. Deshalb ist nicht der Weg zur Bank am wichtigsten. Am wichtigsten ist, dass das Produkt funktioniert und dass es bekannt wird. Das bedeutet, dass der Auftritt im Internet gut aussieht, Flyer gedruckt werden und Kontakt zu Vertriebsfirmen aufgebaut wird. Des weiteren soll nach Möglichkeit die Produktion der Waren selbst durchgeführt werden, weil nur so ein regelmäßiges Einkommen schnell realisiert werden kann.

Das SMWA gibt Stundensatzempfehlungen heraus

Das Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr hat Stundensatzempfehlungen für Ingenierusdienstleistungen für die Straßenbauverwaltung herausgegeben. Das berichtet die Ingenieurkammer Sachsen im deutschen Ingenieurblatt in der Ausgabe vom April 2016 . Darin werden folgende Stundensätze für Ingenierusdienstleistungen empfohlen:

  • 83 €/h für Diplomingenieure, Bautechniker und Vermessungstechniker
  • 53 €/hfür Bauzeichner und sonstige Mitarbeiter

Im Zuge dessen möchte ich alle freiberuflichen Ingenieure dazu aufrufen, Dumping-Hororare zu boykottieren und den Lebensunterhalt notfalls über das Arbeitslosengeld zu finanzieren. Ich selbst praktiziere dies konsequent, um dem Honorardumping entgegen zu wirken.

Ich möchte hier noch auf einen älteren Artikel hinweisen, in dem ich auf die folgen von Honorardumping eingehe.

Entwicklungshilfe

Nicht die Länder der so genannten „Dritten Welt“ brauchen Entwicklungshilfe, sondern wir in den Industrieländern. Deswegen müssen Ingenieure daran arbeiten,  Technik so zu gestalten, dass Stoffkreisläufe geschlossen werden, regional vorhandene Energieströme genutzt werden und Technik leicht kopier- und realisierbar ist.

Oel-Junkies

 

 

Umgang mit Ingenieuren

Bei vielen Projekten fällt mir auf, dass Leute aus dem kaufmännischen Bereich, die sich im Allgemeinen auch als Geschäftsführung bezeichnen, nicht mit den Ingenieuren in den Projekten reden. Wenn sie mit den Ingenieuren dennoch Worte wechseln sollten, dann gleicht dieses Gespräch eher einem Verhör mit einem erzieherischem Anspruch. Die Kaufleute stellen Fragen, die darauf abzielen, dass die Ingenieure sich für ihre Arbeit rechtfertigen müssen. Ich möchte ein solches Gespräch zwischen einem Kaufmann und einem Ingenieur beispielhaft wiedergeben, um das gesamte Problem zu verdeutlichen und Einblicke darüber zu geben, was in einem Ingenieur dabei vorgeht:
Kaufmann: Sind Sie schon weiter gekommen bei der Sache mit dem Kühlkörper?

Ingenieur: (denkt: Jetzt kommt der schon wieder mit seinem Kühlkörper. Wir haben viel wichtigere Probleme.) Ja, ich bin weiter gekommen. Der Kühlkörper kann nun durch Falten eines kleinen Stück Aluminiumblechs hergestellt werden.
Kaufmann: Denken Sie, das das funktioniert?

Ingenieur: (denkt: Was soll das denn?) Ja, das funktioniert. Das Blech kann an zwei Enden eingespannt und dann so zusammengeschoben, dass es einknickt und die Form des Kühlkörpers ergibt. (Der Ingeneiur macht eine Geste mit seinen Händen und verdeutlicht damit das Zusammenfalten)

Kaufmann: Geht denn das nicht anders? Haben Sie schon mal geschaut, wie in anderen Unternehmen Kühlkörper hergestellt werden? Es dürfte doch kein Problem sein, solche Kühlkörper zu kaufen.

Ingenieur: (denkt: Das hatten wir doch schon mal diskutiert. Das Problem ist gelöst und es gibt wichtigere Aufgaben. Was mach ich mit dem Typen am besten? Am besten ich würge das Gespräch ab. Naja, wahrscheinlich werden die mich sowieso bald rausschmeißen.) Ich habe bei Firmen nach solchen Kühlkörpern gefragt. Die meisten haben nicht geantwortet und ich musste hinterhertelefonieren um zu erfahren, dass sie diese Kühklörper nicht herstellen können.

Kaufmann: Bei wie vielen Firmen haben sie gefragt?

Ingenieur: (denkt: Ach du scheiße, jetzt geht das schon wieder los. Als ob wir nicht schon genug Schwierigkeiten hätten. Es ist doch nur eine Kleinstserie. Das Problem mit dem Kühlkörper ist gelöst und es kostet zudem kaum was.) Bei fünf Herstellern von Kühlkörpern. Denen war diese Art von Kühklörpern so fremd, dass ich ihnen erst lange erklären musste, was wir brauchen.

Kaufmann: Fünf? Das reicht nicht! Fragen Sie mehr Firmen an! Lassen Sie sich Angebote machen, von 20 Firmen oder von 50!

Ingenieur: (denkt: Das werde ich bestimmt nicht machen, weil ich mich sonst bei den Firmen lächerlich mache und mein Ansehen verliere. Ich weiß das, weil ich mit einigen Lieferanten bei einem Bierchen erfahren habe, wie Preisdrücker behandelt werden.) Angebote erstellen ist ein großer Aufwand. Wenn ich das mache, bekommen wir einen schlechten Ruf, weil wir nicht beabsichtigen, die Angebote anzunehmen.

Kaufmann: Das ist Unsinn! Ich möchte übermorgen die Angebote der Firmen auf meinem Tisch haben und keine Diskussion.

Ingenieur: (denkt: Von wegen, das werde ich nicht tun. Ich bin doch nicht bescheuert und hänge mich an unwichtigen Details auf, die bereits gelöst sind. Ich kümmere mich lieber um die wichtigen Probleme. Sonst bin ich wieder schuld, wenn das ganze Projekt nicht funktioniert. Der soll nächste Woche wieder kommen.) Hmm, gut mach ich.

Kaufmann: Genau! Kommunikation ist wichtig und viele Probleme lassen sich durch persönliche Gespräche mit den Firmen ganz schnell lösen, und Sie müssen nicht Ihre Arbeitszeit mit dem Lösen technischer Detailaufgaben verbringen.

Solche Gespräche habe ich wieder und wieder erlebt. Diese Gespräche führen dazu, dass der kaufmännische Bereich eines Projekts als letzter erfährt, wenn es Schwierigkeiten gibt.

Ingenieuren wird nachgesagt, dass sie wenige „Softskills“ sprich soziale Kompetenz haben und nicht Teamfähig sind. Es gibt sogar Kurse, die Ingenieuren Soziale Kompetenz beibringen sollen, so dass Kaufleute mit ihnen klar kommen.

Wenn Ich Ingenieure unter sich beobachte, wenn keine Kaufleute und deren Kontrolleure da sind, merke ich, dass die Zusammenarbeit ausgezeichnet funktioniert. Selbst Ingenieure, die man mit dem Begriff „Nerd“ bezeichnen könnte sind voll in die Arbeitsgruppen integriert. Es muss also doch eine Form von Sozialkompetenz bei Ingenieuren vorhanden sein. Die Beobachtungen, die ich dabei gemacht habe, habe ich in dem Artikel „Gewaltfreie Zusammenarbeit“ zusammengefasst.

Wenn Kaufleute sich auf die Umgangsformen von Ingenieuren einlassen, erfahren sie Dinge, die sie nicht für möglich halten. Ingenieure sind meiner Erfahrung nach sehr redselig und lügen nur dann, wenn sie dazu gezwungen werden. Sich zu verstellen, Dinge geheim zu halten und und zu lügen ist anstrengend und verschwendet Zeit, die Ingenieure im Allgemeinen nicht haben. Technische Probleme lösen ist schon kräftezehrend genug.

 

Honorar für Ingenieure

Hintergrund
Vor einigen Tagen hatte ich die Frage bezüglich der Höhe des Honorars von einem jungen Ingenieur, der gerade dabei ist, ein Ingenieurbüro zu gründen. Viele Ingenieure wissen nicht, dass das Honorar für Ingenieure gesetzlich geregelt ist, um Dumpingpreise zu verhindern. Die sächsische Ingenieurkammer hat hierzu einen schönen Artikel in ihrer in der Septemberausgabe 2010 der Zeitschrift „Sachsen. Land der Ingenieure“ veröffentlicht. Aus einer Statistik, die dort veröffentlicht ist geht hervor, dass sich das durchschnittliche Honorar für Ingenieurbüros bei ca 60€/h bewegt. Dabei fällt auf, dass die Gruppe der Einzelunternehmer mit 37€/h besonders niedrig bezahlt wird. Ich persönlich vermute, dass die Gruppe der Einzelunternehmer wenig Projekte parallel bearbeiten kann und deshalb nur schwer schlecht bezahlte Aufträge abschlagen kann.

Interessant ist auch noch ein Faltblatt der Architektenkammer Berlin aus dem Jahr 2012

Bezahlung nach jeder Projektphase
Ein Auftrag oder ein Projekt untergliedert sich nach HOAI in folgende Projektphasen:

  1. Grundlagenermittlung
  2. Vorplanung, Planungsvorbereitung
  3. Entwurfsplanung, System- und Integrationsplanung
  4. Genehmigungsplanung
  5. Ausführungsplanung
  6. Vorbereitung der Vergabe
  7. Mitwirkung bei der Vergabe
  8. Objektüberwachung und Bauüberwachung
  9. Objektbetreuung, Dokumentation

Alle diese Projektphasen müssen gleich nach Abschluss der einzelnen Projektphasen vom Auftraggeber bezahlt werden. Ich rate jedem Ingenieur davon ab, sich erst nach Ende des gesamten Projekts, sprich Phase 9 bezahlen zu lassen. Das führt dazu, dass es während der Auftragsausführung selbst am Essen im Kühlschrank mangelt.

Eine kurze Schätzung
Meiner Erfahrung nach arbeitet ein freiberuflicher Ingenieur ca 20 .. 30 h/Woche direkt an Kundenaufträgen. Der Rest der Zeit ist notwendig für den Unterhalt des eigenen Ingenieurbüros, inklusive Organisation, Buchhaltung, Erholungstage, Weiterbildung, Netzwerkpflege und der Pflege der eigenen Ressourcen.

Angenommen, ein Ingenieur benötigt Einnahmen in Höhe von 2500 €/Monat für den Unterhalt seines Ingenieurbüros. Angenommen, er arbeitet 40 h/Woche, davon ca 20 .. 30 h/Woche konkret für Kundenaufträge. Der Ingenieur aus dem Beispiel müsste ein Stundenhonorar von 20,83 .. 31,25 €/h verlangen, damit er gerade so überleben kann. Dabei darf kein unvorhergesehenes Ereignis wie eine längere Krankheit oder irgendein Fehler vorkommen. Ein Ingenieur, der dieses scheinbare Mindesthonorar verlangt, lebt auf Kosten seiner Zukunft, ohne dass er es zum jetzigen Zeitpunkt merkt. Erst wenn ein Ingenieur ein höheres Honorar verlangt, kann er Rücklagen für außergewöhnliche Belastungen und für das Rentenalter bilden. Ich kenne Ingenieure, die im Rentenalter noch arbeiten müssen, oder die sich nicht einmal eine ordentliche zahnärztliche Behandlung leisten können, weil sie ihr ganzes Berufsleben lang keine Rücklagen zur Seite legen konnten. Diese Ingenieure dienen mir immer als warnendes Beispiel.

Meiner Erfahrung nach benötigt ein Ingenieur für den Unterhalt seines Ingenieurbüros mindestens 3200 € /Monat (Stand 21.04.2013). Das Bedeutet bei einer Wochenarbeitszeit von 20 .. 30 h/Woche ein Mindesthonorar von 26,60 .. 40,00 €/h. Mit diesem Honorar kann ein Ingenieur dann von der Hand in den Mund leben, wenn er für seine Arbeit lebt und nicht irgendwelche „Freizeitaktivitäten“ vor hat wie, z.B. irgendwann einmal eine Familie mit Frau und Kind zu gründen. Auch reicht dieses Honorar nicht, um eine längere Auftragsflaute überstehen zu können. Auch muss dieser Ingenieur sich in der Steuererklärung so arm rechnen, dass er kaum Einkommensteuer bezahlt.

Wird eine Einkommensteuer von ca 20 % angenommen, so ist ein monatliches Honorar von ca. 3840 €/Monat notwendig. Das Bedeutet bei einer Wochenarbeitszeit von 20 .. 30 h/Woche ein Honorar von 32 .. 48 €/h.

Meiner Erfahrung nach ist ein Honorar von ca. 55 €/h ein Honorar, von dem man bescheiden und dennoch gut leben kann. (Stand 21.04.2013)  Zu beachten ist hierbei, dass bei einer jährlichen Inflation  von 3% das Honorar jedes Jahr mit dem Faktor 1,03 multipliziert werden muss. Das Honorar muss von Jahr zu Jahr steigen:
55.00 €/h; 56,65 €/h; 58,35 €/h; 60,10 €/h; 61,92 €/h; 63,76 €/h; 65,67 €/h; 67,64 €/h; 69,67 €/h; 71,76 €/h.

Kosten für den Betrieb eines Ingenieurbüros

  • Wohnung
  • Strom
  • Wasser
  • Essen
  • Kleidung
  • Alltagsgegenstände wie Möbel, Haushaltsgeräte etc.
  • Berufshaftpflichtversicherung
  • Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Krankenversicherung, Krankenzusatzversicherung
  • Rentenversicherung
  • Hausratversicherung
  • Telefonkosten Mobiltelefon
  • Internetanschluss
  • Webseite
  • Kosten für Messen und Tagungen
  • Abschreibung für Computer, Messgeräte, Werkzeuge, Arbeitsmaterialien
  • Fahrkosten für die Erledigung von Aufträgen
  • Fahrtkosten für die Netzwerkpflege
  • Fahrzeugkosten
  • Reisekosten
  • Fachliteratur
  • Kammerbeiträge
  • Vereinsbeiträge
  • Spenden
  • Buchhaltung
  • Steuerberater
  • Bürodienstleistungen
  • Vorfinanzierung neuer Projekte
  • Ausbügeln von Fehlern
  • Fehlinvestitionen
  • Krankentage, Urlaubstage
  • Rücklagen für unvorhersehbare Ereignisse
  • Rundfunkzwangsbeitrag (GEZ) soweit nicht durch Boykott abwendbar


Dumpingpreise boykottieren

Ingenieure müssen Aufträge boykottieren, die mit einem nicht ausreichenden Honorar bezahlt werden. Ich kannte Ingenieure, die ihr Honorar aus Angst bis ins bodenlose herunter drücken ließen, nur weil ein Geldgeber mit seiner Krawatte und seinem Anzug damit gedroht hat, dass es nun mal keine anderen Aufträge gibt. Diesen Ingenieuren möchte ich gerne eine eine andere Bedrohung nennen, damit sie, wenn nicht durch Mut, wenigstens durch Angst ein angemessenes Honorar verlangen.  Wenn die Schulden bei der Bank steigen, wird die Bank auf jeden Fall bedrohlicher als irgendein Auftraggeber. Das merkt man dann, wenn man etwas zu Essen kaufen möchte und das Konto gesperrt ist. Hunger zu leiden, ist eine sehr interessante Erfahrung. Wenn man sich aus Geldmangel keinen Arztbesuch leisten kann, kann ein Kranker Körper auch sehr bedrohlich wirken. Ein Zahn, der dringend eine Wurzelfüllung braucht, aber nur mit Zement provisorisch geflickt ist und stinkt, wenn er fault, ist auch eine sehr interessante Erfahrung.

Wenn die HOAI von politischer Seite her ausgehöhlt wird, wie zum Beispiel durch die Abschaffung des Zeithonorars, muss der Boykott von unterbezahlten Aufträgen durch die Ingenieure als tragfähige Säule für angemessene Honorare wachsen. Man kann nicht verlangen, das jeder Ingenieur mutig ist, aber die Angst vor schleichender Armut sollte als Triebfeder genügen.