Ethische Grundsätze

 

Die folgenden ethischen Grundsätze beruhen auf meiner praktischen Erfahrung.

Ein Ingenieur …

  • … hat eine der besten Ausbildungen, die auf diesem Planeten möglich sind nur deshalb erhalten, weil viele Menschen hart dafür gearbeitet haben, um diese Ausbildung zu ermöglichen. Aus diesem Grund ist es die Pflicht eines Ingenieurs, Technik zu entwickeln, die allen Menschen ein gutes Leben ermöglicht.
  • … kann mit seinem Wissen Menschen helfen, aber auch großen Schaden anrichten.
  • … nutzt das naturwissenschaftliche Experiment als Grundlage seiner Arbeit, nicht Religion, Aberglaube, Philosophie, Ideologie und Gesetze.
  • … soll stets versuchen zu verstehen, wie die Dinge in der Welt funktionieren.
  • … gewinnt Verständnis für ein Thema, indem er Projekte, die das gewählte Thema betreffen, mit eigenen Händen in die Tat umsetzt und dabei die Konsequenzen seiner Taten ohne Erwartungen mit seinen eigenen Sinnen wahrnimmt.
  • … weiss, dass Isolation und der fehlende Kontakt mit der Welt dem eigenen Geist schaden und langfristig zu Weltfremdheit und damit zu gewalttätigem handeln führen.
  • … soll Gewalt ablehnen, weil sie die Umgebung stark beeinflusst und so den Informationsfluss aus Aktion und Reaktion stört. Ein gestörter Informationsfluss erschwert den Versuch zu verstehen, wie die Dinge in der Welt zusammenhängen. Gewalt soll stets durch Widerstand eingedämmt werden.
  • … muss wirtschaftlich unabhängig sein, da er sonst erpressbar ist und seine Arbeit nicht mehr nach naturwissenschaftlichen Prinzipien durchführen kann.
  • … soll niemals Vereinbarungen und Verträge eingehen. Sonst ist er nicht mehr unabhängig. Die Basis für Zusagen muss stets der gemeinsame Nutzen aller beteiligten Parteien sein.
  • … soll versuchen, sich der Macht von autoritären Staaten und Organisationen zu entziehen.
  • … soll sich kriminellen Geschäften verweigern.
  • … soll bedenken dass es drei Fehler gibt, die man ihm anlasten wird: Untätigkeit, Schlamperei und nicht zielführendes Handeln. Alle anderen Fehler sind höhere Gewalt.
  • … soll Menschenrecht vor Umwelt- oder Tierschutz gelten lassen.
  • … darf nicht an Geld denken, wenn es um das Leben oder die Gesundheit von Menschen und der Umwelt geht.
  • … ein Ingenieur antwortet auf die Not anderer Menschen mit schnellem, zielführendem Handeln um die Not zu lindern und danach mit der gründlichen Ermittlung der Ursachen, um die Ursachen der Not abzustellen. Auf die Not anderer Menschen mit Philosophie oder mit Ratschlägen zu antworten ist an Zynismus kaum zu überbieten.
  • … soll Informationen öffentlich verfügbar machen. Er soll dies in einer Weise tun, dass dabei Schaden für andere Menschen vermieden wird und die Privatsphäre anderer Menschen geschützt wird.
  • … soll die Möglichkeiten, Fehler zu begehen einschränken, anstatt Menschen für die begangene Fehler zu bestrafen.
  • … ist verpflichtet andere Menschen mit Nachdruck warnen, wenn diese Fehler begehen, die zu großem Schaden führen. Dabei muss er dafür Sorge tragen, dass ihm die Anfeindungen, die im Allgemeinen daraus resultieren, keinen großen Schaden zufügen.

Technik …

  • … kann allen Menschen auf diesem Planeten ein gutes Leben ermöglichen, wenn die Menschen es nur wollen.
  • … kann dem Menschen helfen, die Dinge zu verstehen.
  • … soll dem Menschen ein gutes Leben und ein streben nach Glück ermöglichen.
  • … darf keinem Schaden. Schäden, die nicht absehbar sind, sind bei Bekanntwerden zu verhindern.
  • … soll auch der Umwelt nicht schaden, denn der Umwelt zu schaden bedeutet, letztendlich auch dem Menschen zu schaden.
  • … soll stets als allgemein frei zugängliche Technologie konzipiert sein.
  • … soll möglichst einfach nach dem KISS Prinzip konzipiert werden. (Keep It Stupid Simple)
  • … hat stets Folgen. Diese Folgen sollten so weit wie möglich überdacht werden. Da die Welt ein komplexes System ist, lassen sich die Folgen von Technik allerdings in all ihren Auswirkungen nicht vorhersehen.

Ein Ausschnitt des Kalama Sutta, einer der Lehrreden Buddhas, fasst die ethische Grundlage des Ingenieurbüros für Wärme- und Stoffübertragung besonders schön zusammen:

„Geht […], nicht nach Hörensagen, nicht nach Überlieferungen, nicht nach Tagesmeinungen, nicht nach der Autorität heiliger Schriften, nicht nach bloßen Vernunftgründen und logischen Schlüssen, nicht nach erdachten Theorien und bevorzugten Meinungen, nicht nach dem Eindruck persönlicher Vorzüge, nicht nach der Autorität eines Meisters!

Wenn ihr aber, […], selber erkennt: ›Diese Dinge sind unheilsam, sind verwerflich, werden von Verständigen getadelt, und, wenn ausgeführt und unternommen, führen sie zu Unheil und Leiden‹, dann […], mögt ihr sie aufgeben.“