Mathematik

Unsere Gesellschaft hat das Problem, dass sie auf Überproduktion um jeden Preis ausgelegt ist. Jeder Mensch muss Geld verdienen, um in der Gesellschaft geduldet zu sein und ohne Repressalien leben zu dürfen. Das führt dazu, dass die Menschen immer mehr und immer schneller produzieren und die Produkte immer kurzlebiger werden. Die Kurzlebigkeit der Produkte ist nötig, weil sonst niemand mehr da ist, der die produzierten Güter kauft.

Wenn wir die Zerstörung unserer Umwelt und unseren maßlosen Energie- und Ressourcenverbrauch in den Griff bekommen wollen, ohne in eine Dystopie der Bevölkerungsreduktion hin zu steuern, müssen wir unseren Ressourcenverbrauch um Größenordnungen reduzieren. Das bedeutet, dass wir das, was wir besitzen, wertschätzen und pflegen müssen, so dass die Dinge, die unser Leben angenehm machen über Generationen halten. Für mich ist das fünfte Gebot aus der Bibel hier wegweisend:

„Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren. Dann wirst du lange in dem Land leben, das dir der HERR, dein Gott, gibt.“
(2. Mose 20,12) [1]

Die Dinge, die wir heute nutzen, wurden teilweise von Menschen gefertigt, die heute schon das Rentenalter erreicht haben oder verstorben sind. Sie haben einen Teil ihrer Lebenszeit dafür aufgebracht, um mit dem, was sie gefertigt haben, unser Leben heute angenehmer zu machen. Deshalb sollten wir das, was wir besitzen wertschätzen und damit auch die Arbeit der Menschen vor uns wertschätzen. Gleichzeitig hat die Produktion immer neuer Produkte auch den technischen Fortschritt angeschoben. So wurden zum Beispiel die alten Telefone mit den mechanischen Wählscheiben irgendwann durch Smartphones ersetzt.

Wie können wir also unsere Ressourcen erhalten ohne gleichzeitig den technischen Fortschritt auszubremsen? Ich sehe einen möglichen Weg darin, neue Ideen und technischen Fortschritt im Bereich der Mathematik auszuprobieren und durchzuspielen. So kann der technische Fortschritt in der virtuellen Welt und im Labor weiter vorangetrieben werden. Entscheiden sich die Menschen, eine technische Errungenschaft in die Gesellschaft aufzunehmen, können sie das jederzeit tun, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Dazu müssen die gewonnenen Erkenntnisse aus der Theorie für alle Menschen zugänglich sein. Gleichzeitig kann technischer Fortschritt in manchen Fällen auch durch das Aufrüsten alter Produkte realisiert werden.

Die Dinge, wie wir zum Leben brauchen entstehen immer zuerst in unseren Inspirationen, die uns von Gott gegeben sind. Wenn diese Dinge erst einmal in Form von Berechnungen, Bauplänen, technischen Dokumentationen und Fertigungsdateien für Maschinen vorliegen, ermöglichen sie Fachleuten wie auch Laien, diesen technischen Fortschritt zu nutzen. Das ist in der Bibel im Buch der Weisheit schön beschrieben:

„Das Schiff ist ersonnen worden, um damit Handel zu treiben, und die Weisheit des Schiffsbaumeisters, die du, Herr, verliehen hast, hat es fertiggestellt. Deine väterliche Fürsorge aber steuert es. Denn du hast alles so eingerichtet, dass das Schiff im Meer seinen Weg findet und sicher durch die Wogen getragen wird. So zeigst du, dass du aus jeder Gefahr retten kannst; sogar jemand ohne seemännische Kenntnisse darf es wagen, auf dem Schiff mitzufahren.“
(Weisheit 14,2-4) [1]

Fazit
Die Märkte in unserer heutigen Zeit sind gesättigt. Die große Massenproduktion ist nicht mehr so umfangreich nötig wie noch vor Jahrzehnten, um milionen von Menschen mit dem nötigsten auszustatten. Deshalb ist eine Produktion auf Anfrage in Zukunft sinnvoller, sobald abgenutzte Produkte aufgerüstet oder ersetzt werden müssen. Dazu ist es nötig, dass Berechnungen, Baupläne, Dateien für Fertigungsmaschinen und technische Dokumentationen digital vorliegen, so dass diese bei Bedarf in reale Produkte umgesetzt werden können. Ich denke, dass hier die Zukunft der Produktion liegt, die heute mit den zu Verfügung stehenden 3D Druckern und CNC Maschinen möglich ist.

Letztendlich dürfen wir bei der Gestaltung des technischen Fortschritts nicht vergessen, Gott ernst zu nehmen, denn darin liegt der Anfang aller Weisheit.

[1] Gute Nachricht Bibel, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft