Archiv der Kategorie: Gesellschaft

Der Sinn der Arbeit

Arbeit und die Jagd nach dem Geld, ist in unserer Gesellschaft das Zentrum von allem. Gerade bei kleinen Einzelunternehmern ist die Jagd nach dem Geld das Zentrum ihres Lebens, um den sich alles dreht. Krampfhaft suchen sie nach dem nächsten Kunden, dem sie ihre Dienste anbieten können. Wenn ich mir das so ansehe, frage ich mich, ob die Bibel zu diesem Thema etwas zu sagen hat.

Es gibt einen Satz, der mir dabei in der Bibel sofort in den Sinn kommt. Der Apostel Paulus hat diesen Satz formuliert, als er mit Leuten in den Gemeinden konfrontiert wurden, die bei der täglichen Arbeit nicht mithalfen und stattdessen ihre Nase in Angelegenheiten gesteckt haben, die sie nichts angingen. Er sagte darüber den viel zitierten Satz:

„Wir haben es euch ja auch ausdrücklich gesagt, als wir bei euch waren: Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen.“
(2. Thessaloniker 3,10) [1]

Gerade dieser Satz wird in christlichen Kreisen dazu genutzt um zu bekräftigen, das Arbeit das wichtigste im Leben ist und jede noch so schwere Arbeit für einen möglichst niedrigen Lohn eine gute Sache ist. Dies ist wieder mal ein Fall davon, wie die Bibel dazu missbraucht wird, um Menschen zu unterdrücken. Wenn man allerdings genauer in der Bibel liest, findet man tiefergehende Aspekte der Arbeit.

Als Jesus bei den Frauen Marta und Maria zum Essen eingeladen war, saß Maria bei Jesus und hörte gespannt, was er zu sagen hat, während Marta die Hausarbeit machte. Als Marta sich beschwerte, dass Maria ihr bei der Arbeit helfen sollte, antwortete Jesus:

„Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und verlierst dich an vielerlei, aber nur eins ist nötig. Maria hat die richtige Wahl getroffen. Sie hat sich für ein Gut entschieden, das ihr niemand wegnehmen kann.“
(Lukas 10,41) [1]

Jesus macht hier deutlich, dass man durch zu viele Sorgen und zu viel Arbeit schnell den Blick auf das Wesentliche verliert, das dem Leben einen wirklichen Sinn gibt. Das was man durch Arbeit und Sorgen aufbaut, hat nie lange Bestand und ist langfristig gesehen unbedeutend. Dies ist sehr schön im Buch Kohelet in der Bibel beschrieben.

„Auch das habe ich gesehen: Da plagen sich die Menschen und setzen alle ihre Fähigkeiten ein, um sich gegenseitig auszustechen. Auch das ist vergebliche Mühe und Jagd nach Wind. Letzten Endes kommt nichts dabei heraus. Es heißt zwar: »Der Unbelehrbare legt seine Hände in den Schoß – und verhungert.« Aber ich sage: Eine Handvoll Gelassenheit ist besser als beide Hände voll Mühe und Jagd nach Wind. Ich habe noch etwas unter der Sonne gesehen, das ganz vergeblich ist: Da lebt jemand ganz allein; er hat keinen Sohn und auch keinen Bruder. Trotzdem arbeitet er rastlos weiter und sein Besitz ist ihm nie groß genug. Für wen plage ich mich dann eigentlich und gönne mir selbst keine Freude? Auch das ist vergebliche Mühe, eine fruchtlose Beschäftigung!“
(Kohelet 4,4-8) [1]

Bedeutet das, das wir nun am besten nichts tun sollten? Jesus gibt uns da eine gute Antwort.

„Zerbrecht euch also nicht den Kopf darüber, was ihr essen und trinken werdet. Mit alldem plagen sich Menschen, die Gott nicht kennen. Euer Vater weiß, was ihr braucht. Sorgt euch nur darum, dass ihr euch seiner Herrschaft unterstellt, dann wird er euch schon mit dem anderen versorgen.“
(Lukas 12,29)

Was bedeutet das nun für einen selbständigen Kleinunternehmer, der jeden Tag Geld verdienen muss? Ganz einfach: Gott hat die Welt und auch jeden einzelnen Menschen erschaffen, mit allem was er zum Leben braucht. Durch unsere Arbeit und unser Wissen, sind wir in der Lage, die Geschenke Gottes in der Schöpfung anzunehmen. Gleichzeitig ist es wichtig, die Schöpfung zu bewahren und alle Lebewesen liebevoll zu behandeln, um Gott als Schöpfer dieser Welt zu ehren. Als Unternehmer muss ich mich also fragen: Wie kann ich dazu beitragen, dass wir Menschen das nutzen können, was Gott uns geschenkt hat? Wie kann ich ich als Unternehmer dabei Gott ehren? Sklavenarbeit, die Vernichtung der eigenen Gesundheit, die Zerstörung der Natur und die Jagd nach dem Geld sind mit Sicherheit kein Weg, Gott zu ehren.

[1] Gute Nachricht Bibel, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft

Der Weg zum Frieden

Armut schafft Demut,
Demut schafft Fleiß,
Fleiß schafft Reichtum,
Reichtum schafft Übermut,
Übermut schafft Krieg,
Krieg schafft Armut.

Dieser Spruch, beschreibt sehr schön den Teufelskreis, in dem wir uns befinden. Wie kommen wir aus diesem Teufelskreis heraus? Die Bibel gibt hierauf eine treffende Antwort. Der Apostel Paulus schreibt in seinem Brief an die Gemeinde in Kolossai:

“ Wenn ihr nun mit Christus auferweckt seid, dann orientiert euch nach oben, wo Christus ist! Gott hat ihm den Ehrenplatz an seiner rechten Seite gegeben. Richtet also eure Gedanken nach oben und nicht auf die irdischen Dinge! Ihr seid doch gestorben, und euer Leben ist mit Christus bei Gott verborgen. Wenn einmal Christus, euer Leben, allen sichtbar wird, dann werdet auch ihr mit ihm zusammen in der ganzen Herrlichkeit sichtbar werden, die euch jetzt schon geschenkt ist. Darum tötet alles, was an euch noch irdisch ist: Unzucht, Ausschweifung, Leidenschaft, böse Lust und die Habsucht. Habsucht ist so viel wie Götzendienst. Wegen dieser Dinge kommt das Gericht Gottes. Auch ihr habt früher entsprechend gelebt, als ihr noch ganz dem Irdischen verhaftet wart. Aber jetzt müsst ihr das alles ablegen, auch Zorn und Aufbrausen, Boshaftigkeit, Beleidigung und Verleumdung. Belügt einander nicht mehr! Ihr habt doch den alten Menschen mit seinen Gewohnheiten ausgezogen und habt den neuen Menschen angezogen: den Menschen, der in der Weise erneuert ist, dass er nun Gott erkennt und weiß, was Gott will – der erneuert ist nach dem Bild dessen, der ihn am Anfang nach seinem Bild geschaffen hat!“ [1]
(Kolosser 3,1-10)

Was bedeutet dieses Wort des Apostels Paulus für uns, gerade heute, wo der Krieg sich gerade in Europa ausbreitet? Als erstes sollten wir den Fernseher ausmachen und die Nachrichten abschalten, denn dort werden wir die Wahrheit nicht finden. Jedes Medium wird versuchen, uns auf eine Seite zu ziehen. Frieden wird uns diese Seite aber nicht bringen. Frieden gibt es nur bei Gott, wenn wir uns ihm zuwenden und all die Dinge, die wir in der Welt verehren, ablegen. Über die Dinge, die wir heute noch wichtig nehmen, spricht in hundert Jahren niemand mehr. In Tausend Jahren sind die Namen der meisten prominenten Menschen unbekannt. In hunderttausend Jahren ist das, was von uns bleibt, nur unser Atommüll. Deshalb ist der erste Schritt zum Frieden die Zuwendung zu Jesus Christus und zu Gott, der alles geschaffen hat und ewig da sein wird.

[1] Gute Nachricht Bibel, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft

Die perfekte Gemeinde

Suche nach der perfekten Gemeinde
Wie sieht die Perfekte Gemeinde aus? Um es gleich am Anfang zu sagen: Die perfekte Gemeinde gibt es nicht. Doch war es das schon? Wenn es so wäre, könnte ich diesen Text hier gleich beenden. Die Frage nach der perfekten Gemeinde ist aber, so denke ich, die falsche Frage. Die Frage müsste eher heißen, wie können wir Jesus in die Mitte unseres Lebens hinein lassen?

Vor drei Jahren, war ich auf der Suche nach einer Kirchgemeinde. So habe ich mich erst einmal umgesehen, habe viele Gemeinden besucht und habe viele nette Menschen kennengelernt. Ich war auch in einigen Bibelkreisen und habe auch dort liebe Menschen getroffen. In den freikirchlichen Gemeinden, die ich besucht habe, waren zwar liebe Menschen, aber es existieren auch Satzungen und Regeln, die wie eine eiserne Faust im Samthandschuh daher kamen. Es war alles in Ordnung, solang man den Regeln der Satzungen entsprach. Wenn man allerdings unverheiratet zusammen lebte, oder für den Fall, das jemand homosexuell gewesen wäre, wären da Probleme aufgetaucht. Letztendlich wären diese Menschen ausgegrenzt worden.

Ich habe in einem Bibelkreis sogar einen Bibelkreisleiter erlebt, der in einer Diskussion mit mir die Einführung von alttestamentlichen Strafen wie Steinigung und andere Grausamkeiten befürwortete. Ich empfand das erschreckend. Wie können Christen, die ernsthaft Jesus nachfolgen wollen, so handeln? Jesus hat selbst, nachdem er ans Kreuz genagelt wurde, seinen Mördern vergeben.

Nachdem ich mich in den Gemeinden umgesehen hatte, bin ich der Evangelisch-Lutherischen Kirche beigetreten. Diese Kirchgemeinde war zwar Teil der staatlichen Strukturen, aber damals wurde niemand ausgegrenzt. Viele Menschen mit vielen unterschiedlichen Überzeugungen und Lebenseinstellungen konnten dort ein Zuhause finden. Die Menschen dort waren und sind liebe Menschen und haben meiner Familie und mir sehr geholfen.

Corona
Im Jahr 2020 kam allerdings das neuartige Coronavirus, vor dem viele Menschen so viel Angst bekamen, dass sie ihre Grundrechte im vorauseilenden Gehorsam aufgaben. Mittlerweile sind wir in Deutschland so weit, dass man an Gottesdiensten nur dann teilnehmen darf, wenn man geimpft, genesen oder getestet ist und das nur dann, wenn man zusätzlich eine FFP2 Maske im Gesicht trägt. Als ich die Art der Durchsetzung dieser „Corona-Maßnahmen“ in einer Sitzung kritisierte und die Umsetzung der Corona-Maßnahmen als „krank“ bezeichnete, wurde ich sogar aus dieser Sitzung herausgebeten, um es mal so zu formulieren. Das war der Punkt, an dem ich sah, dass die Kirchgemeinden, die ich kennengelernt habe, mit dem Neuen Testament der Bibel sehr wenig zu tun haben. Sehr oft, geht es nur um die Durchsetzung von Machtansprüchen.

Liegt der Weg, weg von den Spielen der Macht hin zum Neuen Testament nun darin, noch eine weitere Kirchgemeinde zu gründen? Vermutlich nicht. Auch diese neue Kirchgemeinde wird irgendwann Personen in Leitungsfunktionen herausbilden und das Spiel der Macht beginnt erneut.

Was sagt die Bibel?
Doch was sagt die Bibel zu diesem Thema? Im neuen Testament kommt die Kirche mit Predigern, Priestern, Bischöfen, Liturgie, Kirchgebäuden und festgeschriebenen Machtstrukturen gar nicht vor. Das, was im neuen Testament erwähnt wird, ist am ehesten mit Hausgemeinschaften vergleichbar, die Aufgrund der begrenzten Größe von Häusern eine gewisse Anzahl an Personen nicht überschreiten. Ich möchte die genaue Beschreibung dieser Hausgemeinden hier absichtlich nicht wiedergeben. Zum Einen entstammen diese Beschreibungen einer Zeit, in der es Menschen gab, die Jesus persönlich kennengelernt haben. Zum Anderen entstammen sie einer anderen Zeit, die mit der unseren Zeit nur noch wenig zu tun hat. Wenn ich hier eine Beschreibung wiedergeben würde, würde ich in die gleiche Falle tappen, in die schon andere getappt sind: Ich würde eine Satzung aufschreiben. Deswegen bleibt dem Leser nur die Möglichkeit, selbst in der Bibel zu lesen, wenn er mehr über die christlichen Gemeinden des neuen Testaments erfahren möchte.

Fazit
Was kann ich hier abschließend sagen? Die Gemeinde, die selbst in schwierigsten Zeiten ein sicheres Zuhause ist, wird man hier in der Welt nicht finden. Deshalb kann ich jedem Suchenden nur raten, täglich in der Bibel zu lesen, zu beten, auf die Stimme des Heiligen Geistes zu hören und Jesus nachzufolgen. Gemeinden entstehen und vergehen, aber Jesus ist das sichere Zuhause, das bleibt.
Ein Bibelabschnitt fällt mir noch ein, der mir besonders wichtig erscheint. Es handelt sich dabei um den 1. Korintherbrief, Kapitel 13. Dort heißt es:

„Wenn ich die Sprachen aller Menschen spreche
und sogar die Sprache der Engel,
aber ich habe keine Liebe –
dann bin ich doch nur ein dröhnender Gong
oder eine lärmende Trommel.
Wenn ich prophetische Eingebungen habe
und alle himmlischen Geheimnisse weiß
und alle Erkenntnis besitze,
wenn ich einen so starken Glauben habe,
dass ich Berge versetzen kann,
aber ich habe keine Liebe –
dann bin ich nichts.

Denn unser Erkennen ist Stückwerk,
und unser prophetisches Reden ist Stückwerk.
Wenn sich die ganze Wahrheit enthüllen wird,
ist es mit dem Stückwerk vorbei.“

(1.Korinther 13,1-2.9-10) [1]

Das wichtigste in einer Gemeinde ist ein liebevoller Umgang der Menschen untereinander. Genau an diesem Punkt lässt sich meiner Erfahrung nach am besten erkennen, welcher Geist in einer Gemeinde herrscht. Wenn in einer Gemeinde Angst geschürt und Macht über andere Menschen ausgeübt wird,  ist mit Sicherheit nicht Jesus die Mitte der Gemeinde.

[1] Gute Nachricht Bibel, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft

Der große Umbruch

Mittlerweile dürfte vielen klar sein, dass ein weltweiter Lebensstil mit einem immensen Ressourcenverbrauch, wie ihn in Deutschland pflegen, nicht möglich ist. Bezüglich der Energiewende habe ich das in meinem vorherigen Beitrag in diesem Blog dargelegt. So wie es aussieht, müssen wir unsere Wirtschaftsleistung in vielen Bereichen auf einen Bruchteil des jetzigen Wertes reduzieren.

Die Reduzierung der Wirtschaftsleistung darf aber nicht mit einer Senkung der Lebensqualität einher gehen. Vielmehr besteht überhaupt kein Grund dazu, die Lebensqualität einzuschränken, ganz im Gegenteil. In der jetzigen Wirtschaftsweise in Deutschland verschwenden wir die meisten Ressourcen sinnlos. Man denke beispielsweise nur an die vielen Produkte, die nach wenigen Jahren aufgrund ihrer schlechten Qualität weggeworfen werden. Viele Produkte sind nicht reparierbar. Ein weiteres Beispiel sind die Unmengen an Möbel, die Jahr für Jahr auf dem Sperrmüll landen, nur weil sie nicht mehr modern sind. Ich möchte es bei der Nennung dieser zwei Beispiele belassen, um nicht den Rahmen des Beitrags zu sprengen.

Zur Lösung dieses Problems gibt es eine unüberschaubare Menge von Lösungsansätzen. Einige Beispiele für diese Lösungsansätze sind Recycling, Upcycling, lange Produktgarantiezeiten, Freies Wissen, Freie Software, Radfahren, Remote Work, Co Working, Do It Yourself, Last Mile Concepts, Mikromobilität und so weiter. Wer noch mehr dieser Konzepte wissen möchte, kann auf der Seite des „Zukunftsinstituts“ vorbei schauen. Auf der dortigen Megatrend-Map sind viele Konzepte dargestellt. Jedes einzelne dieser Konzepte beinhaltet eine ganze Welt an Dingen, die jeder einzelne ab jetzt umsetzen könnte, um sich für ein ressourcenschonendes Leben zu engagieren. Ich denke aber, dass diese Konzepte nur mögliche Trends sind, aber keine wirklichen Lösungen. Der Grund dafür ist, dass wir meiner Ansicht nach, kein Materielles Problem haben, sondern ein geistliches Problem.

Die Leere in uns
Im Matthäus-Evangelium Kapitel 12 befinden sich einige Verse, die mir erst seit kurzen etwas sagen. Jesus spricht dort:

„Wenn ein böser Geist einen Menschen verlässt, irrt er durch Wüsten und sucht nach einer Bleibe und findet keine. Dann sagt er sich: ›Ich gehe lieber wieder in meine alte Behausung!‹ Er kehrt zurück und findet alles leer, sauber und aufgeräumt. Darauf geht er hin und sucht sich sieben andere böse Geister, die noch schlimmer sind als er selbst, und sie kommen und wohnen dort. So ist dieser Mensch am Ende schlimmer dran als am Anfang.“  (Mt 12, 43-44)

Dieses Bild verdeutlicht sehr schön die Ursache für die Probleme, die wir durch unsere Lebensweise entstehen. Es ist die Leere in einem Menschen die entsteht, wenn ein Wunsch eines Menschen erfüllt wird. Menschen neigen dazu, sich Dinge zu wünschen. Manche Wünsche werden so stark, dass sie den Menschen dazu treiben, sich diesen Wunsch zu erfüllen. Dieser Wunsch nimmt einen erheblichen Raum und drängt die Dinge zur Seite, die einen Menschen glücklich machen. Wird dieser Wunsch nun erfüllt, bleibt ein großes Loch zurück, dass gefüllt werden muss. In dieses Loch können nun neue Wünsche entstehen, die erfüllt werden wollen.

Es gibt aber auch noch eine andere Möglichkeit, dieses Loch zu füllen, dass beim Erfüllen von Wünschen bleibt. Der Apostel Paulus schreibt in seinem Brief an die Galater:

„Lebt aus der Kraft, die der Geist Gottes gibt; dann müsst ihr nicht euren selbstsüchtigen Wünschen folgen. Die menschliche Selbstsucht kämpft gegen den Geist Gottes und der Geist Gottes gegen die menschliche Selbstsucht: Die beiden liegen im Streit miteinander, sodass ihr von euch aus das Gute nicht tun könnt, das ihr doch eigentlich wollt. Wenn ihr euch aber vom Geist Gottes führen lasst, dann steht ihr nicht mehr unter dem Gesetz, das euch diesem Widerspruch ausliefert. Was die menschliche Selbstsucht hervorbringt, ist offenkundig, nämlich: Unzucht, Verdorbenheit und Ausschweifung, Götzenanbetung und magische Praktiken, Feindschaft, Streit und Rivalität, Wutausbrüche, Intrigen, Uneinigkeit und Spaltungen, Neid, Trunk- und Fresssucht und noch vieles dergleichen. Ich warne euch, wie ich es schon früher getan habe: Menschen, die solche Dinge tun, werden nicht erben, was Gott versprochen hat; für sie ist kein Platz in Gottes neuer Welt. Der Geist Gottes dagegen lässt als Frucht eine Fülle von Gutem wachsen, nämlich: Liebe, Freude und Frieden, Geduld, Freundlichkeit und Güte, Treue, Bescheidenheit und Selbstbeherrschung..“ [1]
(Galater 5, 18-23)

Genau diese Früchte sollte ein Mensch bei sich stetig pflegen, damit keine innere Leere entsteht. Genau hier sehe ich den Weg, den wir gehen sollten, um die Probleme zu lösen, die unsere Lebensweise verursacht.

[1] Gute Nachricht Bibel, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft

Energiewende

Die letzten eineinhalb Jahre haben in mir das Gefühl ausgelöst, dass etwas in Bewegung kommt, was die ganze Welt betrifft. Um es gleich am Anfang zu sagen: Mir scheint es so, als ob die Debatte um den Klimawandel, die Märsche der Bewegung „Fridays for Future“, die „Black Lives Matters“ Aktionen oder die Corona-Pandemie nur große Medienkampagnen sind. Ich denke dass es im Grunde genommen um etwas ganz anderes geht. Mir scheint es so, dass wir weltweit an einem Punkt angekommen sind, an dem unsere Ressourcen knapp werden. Die Flüchtlingskrise der letzten Jahre lässt mich vermuten, dass wir durch die Lebensweise in den Industrieländern so viele Ressourcen verbrauchen, dass wir Flüchtlingsströme auslösen. Die Menschen, die in den Machtpositionen sitzen haben das begriffen und initiieren mehr oder weniger koordiniert einen weltweiten gesellschaftlichen Wandel.

Aufgrund dieser Betrachtungen habe ich mal wieder meinen Taschenrechner in die Hand genommen, um abzuschätzen, wie eine echte Energiewende in Deutschland aussehen könnte. Eine echte Energiewende bedeutet für mich nicht die mickrigen Spielereien mit erneuerbaren Energien, die in Deutschland bisher gemacht wurden. Energiewende heißt für mich, dass zum Beispiel Deutschland seinen gesamten Energiebedarf über Solarenergie decken kann, inklusive Speicherung der Energie für die Wintermonate in Form von synthetisch erzeugtem Methanol und der Reserven für sonnenarme Jahre.

Deshalb habe ich folgende Annahmen getroffen und folgende Zahlenwerte zu Grunde gelegt:

Endenergiebedarf: EB = 2514 TWh
Globalstrahlung der Sonne: qG = 1 MWh/(m²a)
Elektrischer Wikungsgrad der Photovoltaik: etaPh = 20%
Wirkungsgrad der Energiespeicherung: etaSp = 50%
Sicherheitsfaktor für sonnenarme Jahre: SF = 1,5

Damit ergibt sich für die erforderliche Fläche der Photovoltaik:

APhErf = (EB * SF) / (etaPh * etaSp * qG)
AphErf = 37710 km² = 194 km x 194 km

Im Vergleich dazu beträgt die Fläche aller Siedlungen inklusive Freiflächen ohne Verkehrswege in Deutschland:

Asied = 25000 km²

Für die Energiewende wäre die 1,5 Fache Fläche aller Siedlungsgebiete in Deutschland nötig. Für eine echte Energiewende wäre es für mich keine Option weitere Naturflächen mit Photovoltaik zu belegen.

Die nächste Frage ist nun, wie viel Silizium dafür nötig wäre. Dazu habe ich folgende Zahlenwerte zu Grunde gelegt:

Weltjahresproduktion an Silizium: dmSi = 8 Mio. t/a
Erforderliche Fläche der Photovoltaik: APhErf = 37710 km ²
Dichte von Silizium: rhoSi = 2336 kg/m³
Die Dicke von Siliziumwafern liegt bei: dPV = 0,2 mm

Das bedeutet für die erforderliche Siliziummasse für die Energiewende:

mSi = rhoSi * APhErf * dPV
mSi = 18 Mio t

Daraus folgt, dass allein für die Energiewende in Deutschland die 2,25 Fache Weltjahresproduktion an Silizium nötig wäre. Deutschland hat aber nur 83,2 Millionen Einwohner. Das sind bei einer Weltbevölkerung von 7,5 Milliarden Menschen nur 1,1 % der Weltbevölkerung.

Schon bei dieser oberflächlichen Schätzung dieses kleinen Bereichs wird sofort klar, dass eine echte Energiewende bei unserem jetzigen Energieverbrauch nicht möglich ist, wenn wir allen Menschen ein Leben in Wohlstand gönnen möchten. Hinzu kommt, dass diese riesige Menge an Photovoltaikanlagen auch instand gehalten werden muss, was auch Energie und Ressourcen benötigt. Deshalb ist es notwendig, unseren Energie- und Ressourcenverbrauch massiv zu reduzieren. Unsere sinnlose und irrsinnige Überproduktion muss aufhören. Wir produzieren so viele kurzlebige Güter, dass wir gar nicht mehr wissen, wohin damit. Unsere Arbeitsstelle und der monatliche Lohn sind der Sinn unseres Lebens. Wir versuchen in Konkurrenz zu anderen Menschen immer mehr Güter immer billiger zu produzieren. Hier ist ein Umdenken dahingehend nötig, dass wir uns Gedanken machen, worin unser Sinn im Leben besteht. Was das für jeden einzelnen bedeutet, kann niemand sagen, auch kein Regierung und keine Experten. Bei der Suche nach einem Sinn im Leben, hat mir ein Vers aus der Bibel sehr geholfen:

„Den HERRN ernst nehmen ist der Anfang aller Weisheit.“
(Sprüche 9,10)

Zeit zum Umdenken

In den letzten Monaten hatte ich aufgrund der Ausgangsbeschränkungen aufgrund der Coronaschutzverordnung viel Zeit, um meine alten Projektunterlagen zu sortieren und von unnötigem Ballast zu befreien. Dabei ist mir eines aufgefallen: Ich habe die Letzten 15 Jahre meiner Tätigkeit als Ingenieur viel Schrott produziert. Der Schrott war wirkliche Ingenieurskunst. Ich hatte viele Probleme durch interessante Einfälle gelöst und die Geräte, die dabei entstanden, haben funktioniert. Ich habe vieles dabei gelernt und konnte sehr viel Berufserfahrung sammeln. Allerdings sind viele von den Geräten, die meine Mitstreiter und ich entwickelt haben, vollkommen nutzlos. Da ist zum Beispiel ein Stirling-Motor, der genau das macht, was in meinen Berechnungen theoretisch vorhergesagt wurde. Er funktioniert nur periodisch schwankend. Da ist eine Anlage zur hydrothermalen Carbonisierung von Biomasse, die aus Biomüll Sondermüll macht. Die funktioniert perfekt. Da sind LED Lampen, die sich für die Erforschung des Pflanzenwachstums bei unterschiedlichem Licht eignen, aber unbezahlbar sind. Auch die Bienenstockwaage, die ich sogar bis zur Produktionsreife entwickelt und gebaut habe, leistet mir in der Imkerei gute Dienste, kann aber finanziell nicht mit Produkten Made in China konkurrieren.

Als ich mir diese und noch viel mehr Projekte angesehen habe, ist mir aufgefallen, das ich bisher mit immer neueren und ausgefalleneren Ideen versucht habe, Irgendwelche Produkte an Menschen zu bringen, die viel zu viele Dinge haben. Unsere Gesellschaft produziert so viel, dass sie daran erstickt. Genau in diese Gesellschaft habe ich versucht, meine Produkte hineinzudrücken. Es ist nichts weiter als kompletter Irrsinn. Da wird mir bewusst, was Jesus im Matthäus-Evangelium gesagt hat:

„Niemand kann zwei Herren zugleich dienen. Er wird den einen vernachlässigen und den anderen bevorzugen. Er wird dem einen treu sein und den anderen hintergehen. Ihr könnt nicht beiden zugleich dienen: Gott und dem Geld.“
(Matthäus 6,24)

Ich habe die letzten Jahre viel zu sehr dem Geld gedient, was mich krank gemacht hat. Selbst wenn ich in einer Firma angestellt gewesen wäre, hätte ich im Auftrag meiner Firma nichts anderes gemacht, nämlich, noch mehr noch billiger zu produzieren. Dabei hätte ich versucht, mit den Arbeitern in den chinesischen Fabriken oder mit Robotern in Produktionshallen zu konkurrieren.

Unsere Gesellschaft hat viele Probleme im Bereich Energieversorgung, Armut, Ausbeutung und der Schädigung der Umwelt. Die Maßnahmen, die heutzutage zur Lösung dieser Probleme angestrebt werden, erscheinen mir wiederum von der Jagd nach dem Geld beherrscht. Jeder Akteur versucht, sein Produkt in den gesättigten Markt zu drücken. Man denke dabei nur an die völlig hirnrissige Elektromobilität. Dabei wird schon wieder viel Schrott und Müll produziert und nichts ändert sich.

Ich habe einige Ideen, die ich zur Lösung unserer Energieprobleme beitragen kann. Ich kann aber nicht beurteilen, für wen diese Ideen geeignet sind und für wen nicht. Ich will auch niemandem mehr eine Idee aufschwatzen, der diese Idee gar nicht braucht, nur um etwas Geld bezahlt zu bekommen. Deshalb erscheint es mir am besten, wenn ich meine Ideen unter der Creative Commons Lizenz publiziere. Ich werde dabei nicht die Aussagen nachplappern, die in den oft politisch motivierten Veröffentlichungen offizieller Institute zu finden sind. Es erscheint mir sinnvoller, die Annahmen, für die mir keine eigenen Messungen zu Verfügung stehen, durch nachvollziehbare Fermi-Schätzungen festzulegen. Die Leser meiner Veröffentlichungen sollen die Gedankengänge mit ihrem gesunden Menschenverstand nachvollziehen können. So besteht die Möglichkeit, dass meine Ideenbeiträge die Menschen finden, für die diese Beiträge wirklich hilfreich sind.

Wir müssen endlich umdenken und von den Verhaltensmustern abweichen, die uns in die jetzige Krise manövriert haben. Sonst wird sich nie etwas ändern. Auf die Frage, wovon ich leben soll, gibt Jesus die Antwort [1]:

„Macht euch keine Sorgen um euer Leben, ob ihr etwas zu essen oder zu trinken habt, und um euren Leib, ob ihr etwas anzuziehen habt! Das Leben ist mehr als Essen und Trinken, und der Leib ist mehr als die Kleidung! Seht euch die Vögel an! Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln keine Vorräte – aber euer Vater im Himmel sorgt für sie. Und ihr seid ihm doch viel mehr wert als Vögel!“
(Matthäus 6,25-26)

[1] Gute Nachricht Bibel, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft

Was bedeuten die Corona-Zahlen ?

Ich möchte in diesem Artikel mit einfachen statistischen Berechnungen erläutern, was die offiziellen Corona-Zahlen bedeuten. Dabei möchte ich lediglich auf die Berechnungen zurückgreifen, die jedem Abiturienten geläufig sein sollten.

Das statistische Modell, dass ich dabei zu Grunde lege, ist passend zu dem Thema das Urnenmodell mit Ziehen mit Zurücklegen. In einer Urne befinden 100.000 Kugeln. Davon sind 99800 weiße Kugeln und 200 schwarze Kugeln. Das soll hier einer 7-Tage Inzidenz von 200 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner entsprechen. Das bedeutet, dass in diesem Experiment jede Woche für jeden betrachteten Einwohner eine Ziehung mir Zurücklegen durchgeführt wird.

Aus diesem Zufallsexperiment ergibt sich eine Binomialverteilung der Infektionsereignisse. Die Wahrscheinlichkeit, sich während einer Woche mit COVID 19 zu infizieren liegt bei einer 7-Tage Inzidenz bei pI = 0,2 %.

Für eine Binomialverteilung wird der Erwartungswert m wie folgt berechnet:
p : Wahrscheinlichkeit
n : Anzahl der Einwohner
t : Zeit in Wochen
m : Anzahl Infizierten oder Gestorbenen

m = p * n * t

Die Standardabweichung Sigma, d.h. die zu erwartende Abweichung des wirklichen Wertes vom statistisch berechneten Wert wird mit folgender Formel berechnet:

Sigma = wurzel (n * t *  p * (1 – p))

Des weiteren wird ein zweites Experiment betrachtet, in dem die Todesfälle bei gleichzeitiger Anwesenheit eines positiven COVID-19 Testergebnisses stattfinden. Dazu habe ich die Wahrscheinlichkeiten für einen tödlichen Krankheitsverlauf in Abhängigkeit vom Alter und die Altersstruktur der Menschen in Neugersdorf betrachtet. Dabei gewichte ich die Wahrscheinlichkeit eines tödlichen Krankheitsverlauf mit der Altersstruktur in Neugersdorf . Aus der Statistik geht nicht hervor, ob die betroffenen Menschen an dem Corona-Virus gestorben sind, oder mit dem Corona-Virus. Auffällig ist dabei nur, dass die Wahrscheinlichkeit eines tödlichen Covid 19 Verlaufs erst ab einem alter von 60 Jahren ansteigt, was auch für andere Erkrankungen gilt. In Anbetracht der Statistiken komme ich auf eine Wahrscheinlichkeit eines tödlichen Krankheitsverlauf von pT = 5,91 %. Dazu wird in dem Statistischen Experiment eine Urne mit 10.000 Kugeln betrachtet, in der 591 Kugeln schwarz sind. Auch bei diesem Experiment jede Woche für jeden betrachteten Einwohner eine Ziehung mir Zurücklegen durchgeführt wird.

Die Wahrscheinlichkeit, an COVID-19 zu sterben wird durch die Durchführung beider Urnenexperimente ermittelt. Dabei liegt die Wahrscheinlichkeit in einer Woche an Corona zu sterben bei
pTC = pI * pT = 0,0118 %.

Angenommen n sei die Zahl der Menschen in einem Dorf oder einer Kirchgemeinde, die betrachtet werden soll.

Die Berechnung soll hier am Beispiel der Kirchgemeinde in Neugersdorf erläutert werden: Die Evangelische Kirchgemeinde hat ca. 1000 Mitglieder. Der betrachtete Zeitraum liegt bei t = 6 Wochen. Das ist der Zeitraum, in dem die Kirchennachrichten erscheinen, in denen die Beerdigungen im jeweiligen Zeitraum genannt werden.

Die zu erwartende Anzahl der Infektionen im betrachteten Zeitraum liegt bei mI = 12
mit einer Standardabweichung von SigmaI = 3,4

Die zu erwartende Anzahl der betrachteten Toten im betrachteten Zeitraum, die an- oder mit Corona gestorben sind, liegt bei mT = 0,71
mit einer Standardabweichung von SigmaT = 0,84

Wenn also gesagt wird, dass sehr viele Corona-Tote beerdigt werden, kann das aufgrund der offiziellen Zahlen nicht sein. Die Menschen sind sehr wahrscheinlich an etwas anderem gestorben, aber nicht an einer COVID-19 Infektion.

 

Corona mal statistisch betrachtet

Ich merke zur Zeit, wie die Angst vor dem Corona-Virus um geht. Jedes mal, wenn hier in Neugersdorf die Totenglocken läuten, frage ich mich, ob jemand an dem Corona-Virus gestorben ist. Um für mich Klarheit in die Sache zu bringen, habe ich das gemacht, was ein Ingenieur so macht: Ich habe mal statistisch betrachtet, wie wahrscheinlich es ist, dass innerhalb einer Woche eine Beerdigung stattfindet.

Ich möchte hier klarstellen, dass ich keinesfalls das Leid der Angehörigen vergessen möchte. Ich möchte dem Leser lediglich zeigen, was eine begrenzte Lebenserwartung bedeutet.

Betrachtung der Kirchenmitglieder in Neugersdorf

Als allererstes habe ich mal nachgesehen, wie viele Einwohner Neugersdorf hat und wie die Lebenserwartung der Menschen aussieht. Ich fand auf Wikipedia, dass Neugersdorf 5854 Einwohner hat. Ich vermute, dass 20%, sprich 1160 der Einwohner Mitglied der Evangelischen Kirche sein dürften. Die Lebenserwartung habe ich mit 80 Jahren d.h. 29200 Tage angenommen.

Um die statistische Betrachtung durchzuführen habe ich, wie es meinem schwarzen Humor entspricht, das Urnenmodell aus der Statistik herangezogen.  Ich habe dabei eine Urne mit 29200 Kugeln zu Grunde gelegt, wobei 1 Kugel davon schwarz ist. Dabei werden die Kugeln mit Zurücklegen gezogen, ohne dass die Reihenfolge notiert wird. Wird eine schwarze Kugel gezogen, bedeutet dies statistisch eine Beerdigung für den jeweiligen Menschen. Für jeden Menschen wird ein mal am Tag eine Kugel gezogen, pro Tag also 5854 Kugeln für alle Einwohner oder 1160 Kugeln für die Mitglieder der evangelischen Kirche. Daraus resultiert eine Binomialverteilung der Beerdigungen.

Es wird ein Zeitraum von 7 Tagen und ein Zeitraum von 60 Tagen betrachtet. Innerhalb von 60 Tagen erscheinen die Kirchennachrichten mit den Todesanzeigen. Zudem soll noch ein Zeitraum von 365 Tagen betrachtet werden

Die Ergebnisse dieser Betrachtung sind in folgenden Diagrammen zu sehen.

Die unter den Mitgliedern der Evangelischen Kirche  eintretenden Todesfälle, die durch eine begrenzte Lebenserwartung  verursacht werden, gestalten sich so, dass mit einer Wahrscheinlichkeit von 77 % die Totenglocken in einer Woche nicht läuten müssen. Eine Woche mit einer Beerdigung ist in 20% der Wochen der Fall. Selten, also in 3% der Wochen, finden zwei Beerdigungen pro Woche statt.

 

In den Kirchennachrichten sind zwischen zwischen 0 bis 7 Todesanzeigen zu erwarten, wobei meistens 1 – 3 Todesanzeigen zu finden sind.

Innerhalb eines Jahres sind Todesfallzahlen aufgrund der Lebenserwartung zwischen 5 und 25 Tote pro Jahr im statistisch möglichen Bereich. In den meisten Fällen dürften die Todesfallzahlen zwischen 10 und 18 liegen.

Betrachtung aller Einwohner in Neugersdorf

Betrachtet man nicht nur die Kirchenmitglieder sondern alle Einwohner von Neugersdorf, so ergibt sich für die Anzahl der Beerdigungen pro Woche folgendes Diagramm:

Für alle Einwohner von Neugersdorf bedeutet das, dass eine unbeschwerte Woche ohne Beerdigungen in 25% der Wochen eintrifft. In 35% der Wochen kommt es zu einer einzigen Beerdigung pro Woche. In 24% der Wochen gibt es 2 Beerdigungen u.s.w. Auch 4 Beerdigungen pro Woche sind mit einer Wahrscheinlichkeit von 4% möglich. Sollte dieser Fall eintreten, bedeutet das nicht, dass in der Woche darauf keine Beerdigung stattfindet. Die Wahrscheinlichkeiten bleiben vom vorhergehenden Ereignis unberührt. Tritt also eine Woche mit 4 Beerdigungen und danach gleich eine Woche mit drei Beerdigungen auf, kann man daraus noch keine Rückschlüsse auf eine Epidemie schließen. Erst wenn die Wahrscheinlichkeitsverteilung insgesamt ändert, muss von Einflüssen neben der begrenzten Lebenserwartung ausgegangen werden.

Soweit gestalten sich die Auswirkungen einer begrenzten Lebenserwartung, ohne irgendwelche Einflüsse von Krankheiten oder Katastrophen. Abweichungen davon haben dann andere Ursachen, die im einzelnen genauer betrachtet werden müssen.

Die Angst vor dem technischen Fortschritt

In diesem Aufsatz möchte ich darüber berichten, was ich auf einer Netzwerkveranstaltung für Unternehmen in Ostsachsen erlebt habe. Das was ich erlebt habe macht deutlich, dass wir in Deutschland in einer tiefen Krise stecken.

Ich wohne in einer Region in Ostsachsen, in dem niedrige Löhne der Normalfall sind. Der sogenannte Mindestlohn ist hier so etwas wie ein Richtwert, an den sich die hier ansässigen Unternehmen orientieren können. Von diesem Lohn kann man gerade so leben, wenn man kein eigenes Haus besitzt und beide Eltern einer Familie Vollzeit arbeiten. Die Kinder bleiben dann bis spät Nachmittag im Hort und werden dort beschäftigt, bis sie Eltern aus der Arbeit wieder zu Hause sind.

Die Menschen, die keine Arbeitsstelle haben und auf Sozialleistungen angewiesen sind, werden von dem Jobcenter, dass die Sozialleistungen verwaltet, unter Druck gesetzt, gedemütigt und auch erpresst. Der Erpressungsversuch, den ich selbst schon erlebt habe bestand in der Drohung, dass meiner Frau unter Umständen das Kind weggenommen wird, wenn wir nicht den Anordnungen des Jobcenters Folge leisten, aber das würde jetzt zu weit führen.

Ich habe diese Einleitung geschrieben, damit auch die Leser mit einem guten Einkommen verstehen, was in meiner Region gerade los ist.

Da ich einige Innovative Ideen habe, dachte ich mir, dass ich mal wieder Zeit in die Ausweitung meiner Geschäftsbeziehungen investieren sollte. Gedacht, getan und so habe ich mich zu einem Netzwerktreffen für Ostsachsen angemeldet. Da mich eine der teilnehmenden Firmen besonders interessierte, habe ich für diesen Tag auch einen Termin für ein Privatgespräch reserviert.

Als ich am Veranstaltungstag in das Technologiezentrum kam, fand ich eine angenehme Atmosphäre vor. Die Veranstalter waren freundlich, das Catering war sehr angenehm und die Vertreter der Firmen bauten emsig ihre Stände auf. Der Vormittag begann mit Vorträgen von deutschen und polnischen Unternehmen. Auch der Bürgermeister, ein Mitglied des Landrates und Vertreter von Hochschulen hielten Vorträge. Das Thema der Vorträge war „Industrie 4.0“. In den Vorträgen ging es darum, wie Unternehmen ihre alten Maschinen mit Sensoren ausrüsten können, um ihre Maschinen besser zu überwachen und die Produktivität zu erhöhen. Es wurde der Begriff „Retrofit“ verwendet. „Retrofit“ bedeutet, dass man die alten Maschinen, die unter Umständen Jahrzehnte alt sind, mit moderner Elektronik aufrüstet. Es wurde immer wieder davon gesprochen, dass es darum geht, dass so wenig Menschen wie Möglich in den Fabriken durch Roboter ersetzt werden. Ein Vertreter einer Hochschule sagte sogar, dass der Mensch auch in den nächsten 50 Jahren in der Fertigung die Maschinen bedienen werde.

Von Innovation und neuen Ideen war bei dieser Veranstaltung nichts zu spüren. Es war lediglich die Rede davon, wie man den technischen Fortschritt so lange wie möglich aufhalten kann, um nicht von ihm überrollt zu werden.

Nach den Vorträgen gab es Mittagessen, wo sich ein interessantes und positives Gespräch mit einem Unternehmer ergab. Nach dem Mittagessen fand ich mich pünktlich zu dem reservierten Gesprächstermin ein, wurde aber von dem Unternehmen versetzt, mit dem ich sprechen wollte. So hatte ich Zeit in mich zu gehen und auf die Stille in mir zu hören. Nach dieser Pause, besuchte ich die Stände verschiedener Unternehmen. Einige Unternehmen waren sehr interessiert an meinen Projekten und ich habe neue Zulieferer für Bauteile der Bienenstockwaage gefunden, die ich produziere. Ein anderes Unternehmen präsentierte einen Roboter, der 3D Druck von schlechter Qualität mit Hilfe eines Schweißgerätes realisiert. Dieses Unternehmen hatte aber keine Lust, meine Fragen zu beantworten. Der Vertreter hat lediglich über meinen Kopf hinweg geschaut und wahrscheinlich gar nicht verstanden, was ich gesagt habe.

Zum Ende der Veranstaltung ergab sich ein sehr aufschlussreiches Gespräch mit den Vertretern des Unternehmens, dass die Veranstaltung organisiert hatte. Der Zweck dieses Unternehmens ist die Vernetzung von Firmen hier in der Region in Ostsachsen. Ich sprach die mangelnde Innovationsfreudigkeit an, die ich bisher wahrgenommen hatte und schlug einen Weg vor, Innovative Ideen zu realisieren. Mein Vorschlag bestand darin, dass ich eine Innovative Idee im Voraus plane und prüfe, welche Firmen mit ihren bestehenden Produkten zu dieser Idee beitragen könnten. Danach schlug ich vor, diesen Plan als Diskussionsgrundlage dem Firmennetzwerk vorzustellen. Die Firmen könnten anhand dieses Plans genau einschätzen, welcher Aufwand auf sie zukommt und welche Gewinne möglich sind. Was war die Antwort der Vertreter der Firma, deren Unternehmenszweck die Vernetzung von Firmen ist ? Die Vertreterin grinste verlegen und zuckte mit den Schultern. Ihr Kollege schwieg.

Wenn dass, was ich bei dieser Veranstaltung gesehen habe, die Elite der Innovation in Sachsen ist, dann verstehe ich auch, warum in meiner Region solche Zustände herrschen, wie ich sie am Anfang beschrieben habe. Dann verstehe ich auch, warum rechtsextreme Parteien hier in Sachsen so stark auf dem Vormarsch sind.

Was lerne ich daraus? Ich arbeite weiter an meiner Bienenstockwaage und versuche, diese zu verbessern und weitere innovative Ideen auf den Markt zu bringen. Ich lasse mich von anderen nicht entmutigen und wehre mich gegen jeden, der mich kontrollieren und erpressen will. Diese Menschen können die Probleme nicht lösen, die wir haben. Also sollen sie mir auch nicht vorschreiben, was ich zu machen habe.