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Die erneuerte Schöpfung

Meine Frau hat mir heute gezeigt, wie das japanische Schriftzeichen für das Wort „Metall“ aufgebaut ist. Ein Teil des Schriftzeichens besteht aus drei Elementen: Das erste Element des Schriftzeichens ist das Symbol für Erz, das zweite das Symbol für Erde und das Dritte das Symbol für Berg. In diesem Schriftzeichen steckt die Tatsache, dass für die Herstellung von Metall ein großer Aufwand, harte Arbeit in Bergwerken und eine enorme Umweltzerstörung notwendig sind.

Der Aufwand, der in der Herstellung der alltäglichen Dinge steckt, ist uns meist gar nicht bewusst. Uns ist nur wichtig, dass uns das zu Verfügung steht, was wir für ein komfortables Leben brauchen. Wo es her kommt, interessiert uns nicht. Das menschliche Leid, das oft in der Herstellung dessen steckt,was wir besitzen, ist uns meist auch egal. Doch was wollte Gott für uns? Wollte Gott, dass Menschen für den Wohlstand anderer in Bergwerken arbeiten? Wollte Gott, dass wir Menschen nur den Mund öffnen müssen und das Essen ihnen in den Mund fliegt ? In der Bibel steht dazu etwas interessantes. Im Buch des Propheten Jesaja, steht im 65 Kapitel:

„Der HERR sagt:
»Alle Not wird vergessen sein,
ich bereite ihr ein Ende.

Sie werden sich Häuser bauen
und auch darin wohnen können.
Sie werden Weinberge pflanzen
und selbst den Ertrag genießen.
Sie sollen nicht bauen und pflanzen
und sich lebenslang mühen,
nur damit andere den Gewinn davon haben.
Alt wie Bäume sollen sie werden,
die Menschen in meinem Volk,
und den Lohn ihrer Arbeit selbst genießen!.«“
(Jesaja 65,16b.21-22) [1]

Der Mensch selbst kann von sich aus nichts machen. Gott ist es, der die neue Schöpfung erschafft. Er gibt dem Menschen die Möglichkeit umzukehren und sich ihm wieder zuzuwenden. Wenn der Mensch sich wieder Gott zuwendet, kann er auf dieser Erde wieder in dem Garten leben, den Gott für den Menschen gewollt hat. Sich Gott zuzuwenden heißt nicht, den ganzen Tag nur fromme Sprüche zu klopfen und anderen zu sagen, wie sie fromm leben sollen. Es geht für jeden Menschen persönlich darum zu akzeptieren, dass er von der Gnade Gottes abhängig ist und dass er Gott ernst nehmen soll. Daraus ergibt sich für mich folgender Schluss:

Ich will niemanden Zwingen etwas zu tun, was er nicht will. Genau so will auch ich nicht zu etwas gezwungen werden, was ich nicht will. Wenn jemand sagt, das er nicht in einem Bergwerk arbeiten will, ist das für mich völlig in Ordnung. Wenn ich dennoch Metall benötige, muss ich mir etwas einfallen lassen, wie ich Metall herstellen kann, so dass ich selbst damit zufrieden bin.

Science-Fiction
Ich möchte als Ingenieur dazu beitragen, Möglichkeiten zu finden, wie wir Menschen mit Hilfe der Technik in Gemeinschaft mit Gott ein Leben führen können, dass ohne Zwang, die Ausbeutung anderer Menschen und die Zerstörung der Natur auskommt. Mir persönlich hilft die Mathematik bei der Suche nach diesen Möglichkeiten. In der Welt der Mathematik gibt es für mich keine Grenzen. Ich kann in der virtuellen Welt Ideen realisieren, ohne dabei Schaden zu verursachen oder Ressourcen zu verbrauchen. Sind die Ideen nicht sinnvoll, kann ich sie einfach wieder verwerfen. Klingen die Ideen gut, kann ich sie mit anderen Menschen teilen, so dass sie diskutiert werden können. Ich denke, dass mir diese Art von Science-Fiction dabei hilft, Zukunftsperspektiven zu entwickeln.

Das tägliche Lesen in der Bibel hilft mir dabei, mein Verhalten zu prüfen und zu hinterfragen, um mich nicht in meiner Selbstsucht von Gott zu entfernen.

[1] Gute Nachricht Bibel, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft

Der Garten Gottes

Unsere Gesellschaft, so wie sie heute in Europa strukturiert ist, ist darauf angewiesen, dass Ressourcen in allen Teilen der Welt ausgebeutet werden. In Europa werden die Rohstoffe aus aller Welt dann zu Industrieprodukten verarbeitet, die dann in die ganze Welt exportiert werden. Das ging in der Vergangenheit so weit, dass Deutschland voller Stolz als „Exportweltmeister“ bezeichnet wurde. Dabei war das Wirtschaftswachstum der Götze, der in vielen Lobliedern besungen wurde. In den letzten Jahrzehnten wurde so viel produziert, dass viele Menschen gar nicht mehr wissen, was sie mit den vielen Dingen, die sie besitzen, machen sollen. Ich denke, dass wir alle die Wertschätzung für das verloren, was uns zu Verfügung steht. Wenn wir etwas haben wollen, können wir es kaufen. Wenn wir etwas nicht mehr brauchen, werfen wir es auf den Müll. Die Umweltschäden, die bei der Herstellung der Produkte entstehen, betreffen uns nicht. Auch die Kriege, die für die Beschaffung der Rohstoffe geführt werden, bemerken wir nicht. Ich denke, dass auch der aktuelle Krieg zwischen der NATO und Russland im Grunde genommen um die Rohstoffe geführt wird, die in diesem riesigen Land vorhanden sind.

Ich frage mich an dieser Stelle, was Gott ursprünglich für den Menschen wollte. Im Alten Testament der Bibel im 1. Buch Mose, steht im zweiten Kapitel dazu:

“ Dann legte Gott im Osten, in der Landschaft Eden, einen Garten an. Er ließ aus der Erde alle Arten von Bäumen wachsen. Es waren prächtige Bäume und ihre Früchte schmeckten gut. Dorthin brachte Gott den Menschen, den er gemacht hatte. In der Mitte des Gartens wuchsen zwei besondere Bäume: der Baum des Lebens, dessen Früchte Unsterblichkeit schenken, und der Baum der Erkenntnis, dessen Früchte das Wissen verleihen, was für den Menschen gut und was für ihn schlecht ist. […] Gott, der HERR, brachte also den Menschen in den Garten Eden. Er übertrug ihm die Aufgabe, den Garten zu pflegen und zu schützen. Weiter sagte er zu ihm: »Du darfst von allen Bäumen des Gartens essen, nur nicht vom Baum der Erkenntnis. Sonst musst du sterben.«“
(1.Mose 2,8-9.15-16) [1]

Gott wollte, dass jeder Mensch auf der Welt mit allem versorgt ist, was er zum Leben braucht, damit der Mensch in Gemeinschaft mit Gott ein glückliches Leben führen kann. Der Mensch ist nicht der Eigentümer des Gartens, sondern hat die Aufgabe, den Garten Gottes wie ein Gärtner zu pflegen zu nutzen und zu bewahren. Wenn der Mensch sich allerdings anmaßt, die Weisheit Gottes zu besitzen und glaubt, beurteilen zu können, was gut und was schlecht ist fängt er an, sich von Gott zu entfernen. Genau diesen Größenwahn erleben wir heute. Dieser Größenwahn fängt damit an, dass Menschen über andere Menschen in ihrem persönlichen Umfeld urteilen. Der Größenwahn geht im Erwerbsleben weiter, wo Menschen über Befehlsketten andere Menschen beherrschen. Dieser Größenwahn setzt sich bis in die Politik und in die Finanzsysteme fort, wo für die ganze Welt beurteilt wird, was gut ist und was nicht. Das Ergebnis sehen wir heute: Wir sind am Beginn des 3. Weltkrieges, den Krieg um die Ressourcen dieser Welt.

Ich denke, dass wir aus allein aus dieser Misere nicht heraus kommen. Ideologien mit menschlicher Weisheit bringen uns dabei auch nicht weiter und führen nur zu noch mehr Elend. Ohne Jesus Christus, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist, werden wir nicht zum Vater im Himmel zurückfinden.

[1] Gute Nachricht Bibel, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft

Krieg

Wir haben Krieg in Europa und Deutschland ist wieder einmal aktiv dabei. Wenn ich daran denke, wird mir übel. Jede Kriegspartei sagt von sich, dass sie die Guten sind und gegen die Bösen kämpfen. Ich selbst habe keinerlei Einblicke in die Hintergründe des politischen und militärischen Geschehens und bin dennoch darauf angewiesen, die Lage einzuschätzen, weil ich die Konsequenzen meines Handelns tragen muss. Kein Politiker, kein Arbeitgeber, kein Militär kann mir dabei helfen.

Gott sei Dank, habe ich Gottes Wort in der Bibel, dass mit dabei hilft, das was ich sehe und höre einzuordnen. Jesus hat im Lukas Evangelium im Kapitel 6 folgendes gesagt:

„Ein gesunder Baum trägt keine schlechten Früchte und ein kranker Baum trägt keine guten. An den Früchten ist zu erkennen, was jeder Baum wert ist. Von Disteln kann man ja auch keine Feigen pflücken und von Dornengestrüpp keine Weintrauben ernten. Ein guter Mensch bringt Gutes hervor, weil er im Herzen gut ist. Aber ein schlechter Mensch kann nur Böses hervorbringen, weil er von Grund auf böse ist. Denn wovon das Herz voll ist, davon redet der Mund!“
(Lukas 6,43-45) [1]

Doch was sind die guten Früchte und was sind die schlechten Früchte? Auch hier gibt die Bibel eine genaue Antwort. Der Apostel Paulus sagt in seinem Brief an die Galater im Kapitel 5:

„Was die menschliche Selbstsucht hervorbringt, ist offenkundig, nämlich: Unzucht, Verdorbenheit und Ausschweifung, Götzenanbetung und magische Praktiken, Feindschaft, Streit und Rivalität, Wutausbrüche, Intrigen, Uneinigkeit und Spaltungen, Neid, Trunk- und Fresssucht und noch vieles dergleichen. Ich warne euch, wie ich es schon früher getan habe: Menschen, die solche Dinge tun, werden nicht erben, was Gott versprochen hat; für sie ist kein Platz in Gottes neuer Welt. Der Geist Gottes dagegen lässt als Frucht eine Fülle von Gutem wachsen, nämlich: Liebe, Freude und Frieden, Geduld, Freundlichkeit und Güte, Treue, Bescheidenheit und Selbstbeherrschung. Gegen all dies hat das Gesetz nichts einzuwenden.“
(Galater 5,19-23) [1]

Wenn ich mir nun die Früchte ansehe, die aus den Handlungen der Menschen in unserer Zeit wachsen, kann ich sehr genau unterscheiden, welcher Geist in welchem Menschen wirkt. Von hier an soll jeder selbst entscheiden, wo die Früchte des heiligen Geistes wachsen und wo die Früchte der menschlichen Selbstsucht zu finden sind.

Wie soll ich nun handeln? Wie soll ich mit den Nachrichten in den Medien umgehen? Jesus gibt hier im Lukas-Evangelium eine treffende Antwort:

„Um diese Zeit kamen einige Leute zu Jesus und erzählten ihm von den Männern aus Galiläa, die Pilatus töten ließ, als sie gerade im Tempel Opfer darbrachten; ihr Blut vermischte sich mit dem Blut ihrer Opfertiere. Jesus sagte zu ihnen: »Meint ihr etwa, dass sie einen so schrecklichen Tod fanden, weil sie schlimmere Sünder waren als die anderen Leute in Galiläa? Nein, ich sage euch: Wenn ihr euch nicht ändert, werdet ihr alle genauso umkommen!«“
(Lukas 13, 1-3) [1]

Ich denke, die Aussage ist eindeutig. Der Weg zu den guten Früchten beginnt damit, das ich selbst umkehre und mein tägliches Fehlverhalten bekenne. Das wirkt sich dann auch auf andere Menschen aus.

[1] Gute Nachricht Bibel, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft

Jesus nachfolgen

Jesus nachzufolgen, ist für gläubige Christen ein zentrales Thema. Doch was bedeutet es, Jesus nachzufolgen? Muss ich, um Jesus nachzufolgen, als Heiliger durch die Welt laufen und wie ein Mönch leben? Oder muss ich in irgendeiner christlichen Gemeinde Suppe an die Armen verteilen? Wenn ich ein normales Leben in dieser Gesellschaft führen will, ist Jesus nachzufolgen, so wie es aussieht, gar nicht möglich, oder etwa doch? Als erstes möchte ich mal in die Bibel sehen und lesen, was Jesus konkret zur Nachfolge sagt. Im Lukasevangelium steht folgende Geschichte:

„Unterwegs sagte jemand zu Jesus: »Ich bin bereit, dir zu folgen, ganz gleich, wohin du gehst!« Jesus antwortete ihm: »Die Füchse haben ihren Bau und die Vögel ihr Nest; aber der Menschensohn hat keinen Platz, wo er sich hinlegen und ausruhen kann.« Zu einem anderen sagte Jesus: »Komm, folge mir!« Er aber antwortete: »Herr, erlaube mir, dass ich erst noch hingehe und meinen Vater begrabe.« Jesus sagte zu ihm: »Überlass es den Toten, ihre Toten zu begraben! Du aber geh hin und verkünde, dass Gott jetzt seine Herrschaft aufrichten will!« Ein anderer sagte: »Herr, ich will ja gerne mit dir gehen, aber lass mich erst noch von meiner Familie Abschied nehmen!« Jesus sagte zu ihm: »Wer seine Hand an den Pflug legt und zurückschaut, den kann Gott nicht gebrauchen, wenn er jetzt seine Herrschaft aufrichten will.«“
(Lukas 9,57-62) [1]

Hier beschreibt Jesus sehr schön, welche Fragen mit der Nachfolge verbunden sind. Wir Menschen richten unser Leben im Laufe der Jahre so ein, dass wir uns sicher und zu Hause fühlen können. Wir haben ein Einkommen, eine gemütliche Wohnung, vielleicht eine liebe Familie und unseren gewohnten Alltag. Wir erfüllen uns mit Hilfe anderer Menschen viele Wünsche, die im Laufe der Zeit in uns wachsen. Gleichzeitig entfernen wir uns unter Umständen von einer engen Beziehung zu Gott und wenden uns unserer Selbstsucht zu. Daraus ergeben sich Probleme, in die wir uns im Laufe des Lebens immer mehr verstricken. Diese Verstrickungen werden im Laufe der Jahre zur Gewohnheit, aus der wir alleine nicht mehr heraus kommen.

Wie steht es damit, Jesus nachzufolgen? Der Weg, Jesus nachzufolgen beginnt für mich damit, dass ich mein eigenes Leben hinterfrage. Macht mich das, was ich mir Wünsche, glücklich? Brauchen die Menschen, denen ich helfe, meine Hilfe wirklich? Habe ich mir irgendwelche Götzen geschaffen, denen ich diene? Bin ich zornig auf andere Menschen? Mache ich mir selbst Druck, weil ich denke, dass andere Menschen etwas von mir erwarten, was sie vielleicht gar nicht tun? Gibt es andere Menschen, die mich in ihre Probleme hinein ziehen? Habe ich mich durch mein Fehlverhalten in eine scheinbar ausweglose Situation gebracht?

Alle diese Dinge müssen, wenn man Jesus nachfolgen will, konsequent losgelassen werden. Da führt kein Weg daran vorbei. Es geht nicht darum, sich von der Gesellschaft abzuwenden und gegenüber anderen Menschen gleichgültig zu werden. Es geht viel mehr darum, die Dinge abzulegen, die aus der eigenen Selbstsucht oder der Selbstsucht anderer Menschen heraus wachsen. Es geht um die Dinge, die zwischen einem selbst und Jesus stehen. Das Loslassen wird mit Sicherheit zu Konflikten mit den Menschen führen, weil dadurch auch die Gewohnheiten anderer Menschen gestört werden. Das führt dazu, dass man selbst die Komfortzone verlassen muss und dass man unter Umständen auch massive Anfeindungen erfährt. Jesus selbst sagt dazu im Johannesevangelium:

„Wenn die Welt euch hasst, dann denkt daran, dass sie mich zuerst gehasst hat. Die Welt würde euch als ihre Kinder lieben, wenn ihr zu ihr gehören würdet. Aber ich habe euch aus der Welt herausgerufen und ihr gehört nicht zu ihr. Aus diesem Grund hasst euch die Welt.“
(Johannes 15,18-19) [1]

Der Weg, Jesus nachzufolgen, führt letztendlich zu Gott, der das Universum geschaffen hat. Dieser Weg führt zu einem Leben mit Gott im Einklang mit seiner Schöpfung und führt zu wirklichem Frieden. Daran können die Anfeindungen der Menschen nichts ändern. Sich in die Machenschaften der Menschen zu verstricken bedeutet, sich von Gott zu entfernen und in den Strudel dessen mit hineingezogen zu werden, was Menschen sich gegenseitig antun.

[1] Gute Nachricht Bibel, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft

Der Sinn der Arbeit

Arbeit und die Jagd nach dem Geld, ist in unserer Gesellschaft das Zentrum von allem. Gerade bei kleinen Einzelunternehmern ist die Jagd nach dem Geld das Zentrum ihres Lebens, um den sich alles dreht. Krampfhaft suchen sie nach dem nächsten Kunden, dem sie ihre Dienste anbieten können. Wenn ich mir das so ansehe, frage ich mich, ob die Bibel zu diesem Thema etwas zu sagen hat.

Es gibt einen Satz, der mir dabei in der Bibel sofort in den Sinn kommt. Der Apostel Paulus hat diesen Satz formuliert, als er mit Leuten in den Gemeinden konfrontiert wurden, die bei der täglichen Arbeit nicht mithalfen und stattdessen ihre Nase in Angelegenheiten gesteckt haben, die sie nichts angingen. Er sagte darüber den viel zitierten Satz:

„Wir haben es euch ja auch ausdrücklich gesagt, als wir bei euch waren: Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen.“
(2. Thessaloniker 3,10) [1]

Gerade dieser Satz wird in christlichen Kreisen dazu genutzt um zu bekräftigen, das Arbeit das wichtigste im Leben ist und jede noch so schwere Arbeit für einen möglichst niedrigen Lohn eine gute Sache ist. Dies ist wieder mal ein Fall davon, wie die Bibel dazu missbraucht wird, um Menschen zu unterdrücken. Wenn man allerdings genauer in der Bibel liest, findet man tiefergehende Aspekte der Arbeit.

Als Jesus bei den Frauen Marta und Maria zum Essen eingeladen war, saß Maria bei Jesus und hörte gespannt, was er zu sagen hat, während Marta die Hausarbeit machte. Als Marta sich beschwerte, dass Maria ihr bei der Arbeit helfen sollte, antwortete Jesus:

„Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und verlierst dich an vielerlei, aber nur eins ist nötig. Maria hat die richtige Wahl getroffen. Sie hat sich für ein Gut entschieden, das ihr niemand wegnehmen kann.“
(Lukas 10,41) [1]

Jesus macht hier deutlich, dass man durch zu viele Sorgen und zu viel Arbeit schnell den Blick auf das Wesentliche verliert, das dem Leben einen wirklichen Sinn gibt. Das was man durch Arbeit und Sorgen aufbaut, hat nie lange Bestand und ist langfristig gesehen unbedeutend. Dies ist sehr schön im Buch Kohelet in der Bibel beschrieben.

„Auch das habe ich gesehen: Da plagen sich die Menschen und setzen alle ihre Fähigkeiten ein, um sich gegenseitig auszustechen. Auch das ist vergebliche Mühe und Jagd nach Wind. Letzten Endes kommt nichts dabei heraus. Es heißt zwar: »Der Unbelehrbare legt seine Hände in den Schoß – und verhungert.« Aber ich sage: Eine Handvoll Gelassenheit ist besser als beide Hände voll Mühe und Jagd nach Wind. Ich habe noch etwas unter der Sonne gesehen, das ganz vergeblich ist: Da lebt jemand ganz allein; er hat keinen Sohn und auch keinen Bruder. Trotzdem arbeitet er rastlos weiter und sein Besitz ist ihm nie groß genug. Für wen plage ich mich dann eigentlich und gönne mir selbst keine Freude? Auch das ist vergebliche Mühe, eine fruchtlose Beschäftigung!“
(Kohelet 4,4-8) [1]

Bedeutet das, das wir nun am besten nichts tun sollten? Jesus gibt uns da eine gute Antwort.

„Zerbrecht euch also nicht den Kopf darüber, was ihr essen und trinken werdet. Mit alldem plagen sich Menschen, die Gott nicht kennen. Euer Vater weiß, was ihr braucht. Sorgt euch nur darum, dass ihr euch seiner Herrschaft unterstellt, dann wird er euch schon mit dem anderen versorgen.“
(Lukas 12,29)

Was bedeutet das nun für einen selbständigen Kleinunternehmer, der jeden Tag Geld verdienen muss? Ganz einfach: Gott hat die Welt und auch jeden einzelnen Menschen erschaffen, mit allem was er zum Leben braucht. Durch unsere Arbeit und unser Wissen, sind wir in der Lage, die Geschenke Gottes in der Schöpfung anzunehmen. Gleichzeitig ist es wichtig, die Schöpfung zu bewahren und alle Lebewesen liebevoll zu behandeln, um Gott als Schöpfer dieser Welt zu ehren. Als Unternehmer muss ich mich also fragen: Wie kann ich dazu beitragen, dass wir Menschen das nutzen können, was Gott uns geschenkt hat? Wie kann ich ich als Unternehmer dabei Gott ehren? Sklavenarbeit, die Vernichtung der eigenen Gesundheit, die Zerstörung der Natur und die Jagd nach dem Geld sind mit Sicherheit kein Weg, Gott zu ehren.

[1] Gute Nachricht Bibel, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft

Verhältnis zu den Staatsorganen

Immer wieder erlebe ich Christen, die betonen, wie sehr sie für die „Obrigkeit“ beten. Sie beziehen sich dabei auf den Römerbrief des Apostels Paulus in dem steht:

„Alle ohne Ausnahme müssen sich den Trägern der Staatsgewalt unterordnen. Denn es gibt keine staatliche Macht, die nicht von Gott kommt. Die jeweiligen Amtsträger sind von ihm eingesetzt.“
(Römerbrief 13,1) [1]

Aus der aus meiner Sicht falsch verstandenen Frömmigkeit können manche Christen sich gar nicht tief genug vor den Machthabern verbeugen und handeln oft gehorsamer, als Beamte und Gesetzgeber es verlangen.
Liest man aber in den Briefen des Apostels Paulus genauer nach, so erfährt man, warum man die Amtsträger respektieren sollte:

„Denn die staatliche Macht steht im Dienst Gottes, um dich zum Tun des Guten anzuspornen. Wenn du aber Böses tust, musst du dich vor ihr fürchten. Ihre Vertreter tragen nicht umsonst das Schwert.“
(Römerbrief 13,4)

Jesus selbst sagt im Markus Evangelium auf die Fangfrage der Pharisäer folgendes:

„Ist es nach dem Gesetz Gottes erlaubt, dem römischen Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht? Sollen wir es tun oder nicht?« Jesus erkannte ihre Scheinheiligkeit und sagte: »Ihr wollt mir doch nur eine Falle stellen! Gebt mir eine Silbermünze; ich will sie mir ansehen.« Sie gaben ihm eine und er fragte: »Wessen Bild und wessen Name sind denn hier aufgeprägt?« Das Bild und der Name des Kaisers«, antworteten sie. Da sagte Jesus: »Dann gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört – aber gebt Gott, was Gott gehört!«
(Markus 12,14-17)

Was bedeutet das in der Praxis? Zum einen sind die staatlichen Organe da, um die öffentliche Ordnung aufrecht zu erhalten. Sie sorgen dafür, dass die komplizierten Abläufe in einer Gesellschaft reibungslos ablaufen können. Das bedeutet, dass Polizei, Müllabfuhr, Krankenversorgung, Feuerwehr und vieles mehr zu Verfügung stehen. Die Staatsorgane an sich haben nichts mit Gewaltherrschern oder korrupten Beamten zu tun, die sich nur bereichern und die Menschen ausbeuten.

Des weiteren ist es nicht zielführend, sich mit den staatlichen Organen anzulegen und diese zu bekämpfen. Das ändert an der Gesinnung der Mehrheit der Gesellschaft gar nichts. Für Missstände sind nicht die Staatsorgane die Ursache sondern die Einstellung jedes einzelnen Menschen. Was bringt es, die Müllmänner zu beschimpfen, weil sie die gelbe Tonne nicht leeren wollen? Es ist besser, den eigenen Müll richtig zu trennen oder weniger Plastikmüll zu verursachen.
Will man was ändern, so sollte man das tun, was Jesus in seiner Bergpredigt gesagt hat:

„Ihr seid das Salz für die Welt. Wenn aber das Salz seine Kraft verliert, wodurch kann es sie wiederbekommen? Es ist zu nichts mehr zu gebrauchen. Es wird weggeworfen und die Menschen zertreten es. Ihr seid das Licht für die Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Auch zündet niemand eine Lampe an, um sie dann unter einen Topf zu stellen. Im Gegenteil, man stellt sie auf den Lampenständer, damit sie allen im Haus Licht gibt. Genauso muss auch euer Licht vor den Menschen leuchten: Sie sollen eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen.“
(Matthäus 5,13-16) [1]

Das bedeutet, dass wir wie Salz eine Würze in das legen sollen, was wir sagen. Wenn es nötig ist, sollen wir klar, deutlich und zugleich respektvoll lohne Heuchelei Kritik an Missständen üben. Gleichzeitig sollen wir mit unseren Taten Vorbild sein und nicht zu den Missständen beitragen.

[1] Gute Nachricht Bibel, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft

Der Weg zum Frieden

Armut schafft Demut,
Demut schafft Fleiß,
Fleiß schafft Reichtum,
Reichtum schafft Übermut,
Übermut schafft Krieg,
Krieg schafft Armut.

Dieser Spruch, beschreibt sehr schön den Teufelskreis, in dem wir uns befinden. Wie kommen wir aus diesem Teufelskreis heraus? Die Bibel gibt hierauf eine treffende Antwort. Der Apostel Paulus schreibt in seinem Brief an die Gemeinde in Kolossai:

“ Wenn ihr nun mit Christus auferweckt seid, dann orientiert euch nach oben, wo Christus ist! Gott hat ihm den Ehrenplatz an seiner rechten Seite gegeben. Richtet also eure Gedanken nach oben und nicht auf die irdischen Dinge! Ihr seid doch gestorben, und euer Leben ist mit Christus bei Gott verborgen. Wenn einmal Christus, euer Leben, allen sichtbar wird, dann werdet auch ihr mit ihm zusammen in der ganzen Herrlichkeit sichtbar werden, die euch jetzt schon geschenkt ist. Darum tötet alles, was an euch noch irdisch ist: Unzucht, Ausschweifung, Leidenschaft, böse Lust und die Habsucht. Habsucht ist so viel wie Götzendienst. Wegen dieser Dinge kommt das Gericht Gottes. Auch ihr habt früher entsprechend gelebt, als ihr noch ganz dem Irdischen verhaftet wart. Aber jetzt müsst ihr das alles ablegen, auch Zorn und Aufbrausen, Boshaftigkeit, Beleidigung und Verleumdung. Belügt einander nicht mehr! Ihr habt doch den alten Menschen mit seinen Gewohnheiten ausgezogen und habt den neuen Menschen angezogen: den Menschen, der in der Weise erneuert ist, dass er nun Gott erkennt und weiß, was Gott will – der erneuert ist nach dem Bild dessen, der ihn am Anfang nach seinem Bild geschaffen hat!“ [1]
(Kolosser 3,1-10)

Was bedeutet dieses Wort des Apostels Paulus für uns, gerade heute, wo der Krieg sich gerade in Europa ausbreitet? Als erstes sollten wir den Fernseher ausmachen und die Nachrichten abschalten, denn dort werden wir die Wahrheit nicht finden. Jedes Medium wird versuchen, uns auf eine Seite zu ziehen. Frieden wird uns diese Seite aber nicht bringen. Frieden gibt es nur bei Gott, wenn wir uns ihm zuwenden und all die Dinge, die wir in der Welt verehren, ablegen. Über die Dinge, die wir heute noch wichtig nehmen, spricht in hundert Jahren niemand mehr. In Tausend Jahren sind die Namen der meisten prominenten Menschen unbekannt. In hunderttausend Jahren ist das, was von uns bleibt, nur unser Atommüll. Deshalb ist der erste Schritt zum Frieden die Zuwendung zu Jesus Christus und zu Gott, der alles geschaffen hat und ewig da sein wird.

[1] Gute Nachricht Bibel, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft

Die frohe Botschaft

Logische Konsequenzen
Neulich fragte mich jemand, ob ich erklären könne, was die Frohe Botschaft des Christentums ist.  Meine Antwort auf diese Frage war wohl falsch, denn danach wurde ich erst einmal zurechtgewiesen. Mir wurde erklärt, dass ich nach meinem Tod vor einem Gericht stehen werde. Dort werden mir alle noch so kleinen Sünden aufgezählt. Deswegen werde ich schuldig gesprochen und zur Hölle fahren. In diesem Augenblick wird aber Jesus in den Gerichtssaal kommen und wird sagen, dass er meine Schuld mit seinem Tod am Kreuz bezahlt hat. Das wird er aber nur dann tun, wenn ich ihm im Leben bedingungslos nachgefolgt bin. Ansonsten wird er mich nicht kennen.

Naja, da ich in meinem Leben lange Zeit nicht Jesus nachgefolgt bin, ist mir nach dieser Logik die Fahrt zu Hölle sicher. Die logische Konsequenz wäre, dass ich mich schnellstmöglich mit dem Teufel gut stellen sollte, da er mein zukünftiger Chef ist. Ist das die Frohe Botschaft des Christentums? Wenn das so ist, wundert es mich nicht, warum so viele Leute diese Art von Froher Botschaft nicht hören wollen. So etwas ist keine Frohe Botschaft, sondern eine Botschaft des Schreckens.

Selbst in der Bibel lesen
Vielleicht ist es besser, selbst in der Bibel zu lesen, als irgendwelchen Menschen zuzuhören. Ich lese seit vier Jahren täglich in der Bibel und bin von der Bibel fasziniert. Die Bibel ist vielschichtig an Bedeutungsebenen und sie hilft mir, vieles, was ich erlebe, zu verstehen. Sie hilft mir zu sehen, dass Gott real ist und dass er mich im Leben tausendfach beschenkt hat. Vieles im Leben, was mir nicht gefallen hat, habe ich nicht verstanden. Aber durch die Bibel weiß ich, dass ich gerade diese Erlebnisse in einem größeren Zusammenhang betrachten muss. Wenn ich das neue Testament lese wird mir klar, dass Jesus Gottes Sohn ist. Das glaube ich nicht nur deshalb, weil es da steht. Mir ist das klar, weil das, was Jesus gesagt hat, heute noch so aktuell ist, als ob jemand mir direkt auf meine Fragen in einem persönlichen Gespräch antwortet. Mir ist auch klar, dass Jesus für uns alle am Kreuz gestorben ist, um für unsere Sünden zu bezahlen. Wenn er dieses Opfer nicht gebracht hätte, wäre er nur einer von vielen Predigern gewesen und wir würden uns in unserer Selbstsucht ständig einen neuen Heilsbringer suchen, der uns gerade am besten passt. Der gekreuzigte Jesus ist für mich ein Mahnmahl dafür, wozu wir Menschen in unserem Stolz und unserer Gier fähig sind und wie wichtig es ist, jeden Tag aufs neue das eigene Handeln zu hinterfragen und die eigenen Sünden vor Gott zu bekennen. Für mich ist deshalb das Opfer, das Jesus gebracht hat, die Voraussetzung für die Frohe Botschaft.

Die Frohe Botschaft
Um die Frage nach der Frohen Botschaft zu beantworten, rate ich jedem der fragt, selbst in der Bibel zu lesen und die Frohe Botschaft zu erkennen. Für mich lautet die Frohe Botschaft grob zusammengefasst:  Gott ist da und möchte zu mir und zu jedem Menschen eine direkte Beziehung haben. Durch Jesus ist Gott mir so nah, dass mir eine persönliche Beziehung zu ihm möglich ist. Diese Beziehung zu Gott ist für mich eine Lebensquelle, genau so wie das Essen und Trinken. Jesus hatte sich einmal an einem Brunnen mit einer Samariterin unterhalten  und ihr die frohe Botschaft in folgenden Worten erklärt:

„»Wenn du wüsstest, was Gott den Menschen schenken will und wer es ist, der dich jetzt um Wasser bittet, dann hättest du ihn um Wasser gebeten und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.« »Herr, du hast doch keinen Eimer«, sagte die Frau, »und der Brunnen ist tief. Woher willst du dann das lebendige Wasser haben? Unser Stammvater Jakob hat uns diesen Brunnen hinterlassen. Er selbst, seine Söhne und seine ganze Herde tranken daraus. Du willst doch nicht sagen, dass du mehr bist als Jakob?« Jesus antwortete: »Wer dieses Wasser trinkt, wird wieder durstig. Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird nie mehr Durst haben. Ich gebe ihm Wasser, das in ihm zu einer Quelle wird, die bis ins ewige Leben weitersprudelt.«“
(Johannes 4,10-13) [1]

Dieses Lebendige Wasser, von dem Jesus spricht, ist eine Metapher für die direkte Beziehung zu Gott, der uns geschaffen hat. Auf diese Weise bin ich nicht mehr von Gott getrennt. Das ist für mich eine wirkliche Frohe Botschaft.

[1] Gute Nachricht Bibel, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft