Ich möchte in diesem Artikel meine Gedanken zum Thema „Medical Gaslighting“ zusammenfassen und Lösungswege für betroffene aufzeigen. Ich möchte hier keinesfalls alle Ärzte in einen Topf werfen und ihnen Absicht unterstellen. Gleichzeitig möchte ich auch nicht das Verhalten gutheißen, dass Ärzte an den Tag legen. Ich denke, dass die Mehrzahl der Ärzte ihren Beruf aus der inneren Leidenschaft heraus ausüben, Menschen zu helfen. Gleichzeitig wird an unser Gesundheitssystem seit Jahrzehnten kaputtgespart. Ärzte haben kaum Zeit, sich mit ihren Patienten zu beschäftigen und vielleicht ist es auch eine Art Protest, einfach Dienst nach Vorschrift zu machen. Den Patienten hilft es aber nicht weiter, denn sie leiden und wollen nur eines: gesund werden.
Am Anfang möchte ich kurz definieren, was „Gaslighting“ ist. Der Begriff stammt aus dem Theaterstück „Gas Light“ des britischen Autors Patrick Hamilton aus dem Jahr 1938. Darin versucht ein Mann, seine Frau zu verunsichern, indem er behauptet, reale Dinge nicht zu sehen, wie zum Beispiel die wechselnde Helligkeit des Gaslichtes, die er immer wieder verändert. irgendwann beginnt die Frau, an ihrem Verstand zu zweifeln und befürchtet, verrückt zu werden.
Analog dazu ist „Medical Gaslighting“ zu sehen. Hier hat der Patient meist unklare Beschwerden, die sich der Arzt aber nicht erklären kann. Viele Diagnoseverfahren ergeben, dass sich der Patient bei bester Gesundheit befindet und selbst Ergebnisse aus Untersuchungen, die von Normwerten abweichen, werden als unbedeutend abgetan. Sollte der Patient selbst Erkenntnisse über seine Beschwerden erlangen, zum Beispiel durch die Beobachtung von Korrelationen, wird dies vom Arzt ignoriert. Irgendwann sagt der Arzt dem Patienten, dass dies nur am Stress liegt und dass der Patient sich nicht so aufregen soll. Selbst wenn der Patient in lebensbedrohliche Lagen gerät, wird der Arzt dies Ignorieren, als ob nichts passiert wäre. Da der Patient mit der Zeit immer verzweifelter wird, verselbständigt sich die Situation so weit, bis der Patient irgendwann gar nicht mehr zum Arzt geht. Ich selbst kenne einen Fall, wo der Patient aufgrund von Medical Gaslighting seine Schmerzen mit Alkohol in den Griff bekommen hat und zum schweren Alkoholiker geworden ist.
Ausweg aus dem Gaslighting
Der einzige Weg, aus dem Gaslighting heraus zu kommen ist meiner Erfahrung nach das ehrliche und konsequente Führen eines Notizbuches in gebundener Form und akribische naturwissenschaftliche Arbeit. Das Notizbuch wird nicht aus der Hand gegeben und auch nicht erwähnt. Beobachtungen und Recherchen in der Fachliteratur, werden nach naturwissenschaftlichen Prinzipien durchgeführt, so wie ich es bereits auf dieser Homepage beschrieben habe. Hier ist es wichtig, gründlich und ehrlich zu sein. Der Patient, der von Medical Gaslighting betroffen ist, muss wie eine Detektiv in eigener Sache ermitteln. Das kann unter Umständen Jahre dauern, aber die Ermittlungsarbeit ist auch eine Stütze, um nicht irgendwann zu verzweifeln und willenlos zu werden. Man kann sich bei Medical Gaslighting auch Hilfe suchen, allerdings habe ich die letzten Jahre dabei keine guten Erfahrungen gemacht. Eine Stelle, die bei Medical Gaslighting echte Hilfe anbieten würde, bräuchte fähige Mitarbeiter, die sich dann in medizinischen Kreisen extrem unbeliebt machen würden und auch mit rechtlichen Konsequenzen rechnen müssten. In Deutschland ist jemand, der aus Idealismus ohne Rücksicht auf die eigene Karriere hilft, eher nicht anzutreffen und wenn, dann belegt er nicht eine gut bezahlte, seltene Stelle in einer Organisation. Deshalb ist die wichtigste Grundlage Selbsthilfe. Die Naturwissenschaft, die nach den hier beschriebenen Prinzipien arbeitet, ist unbestechlich, geduldig und ehrlich.
Eines ist bei alldem wichtig zu wissen: Der menschliche Körper ist eine perfekt konstruierte Überlebensmaschine, die darauf ausgelegt ist, keinem Raubtier irgendwelche Krankheitssymptome zu zeigen. Der Körper will gesund und schön sein und hat ein erhebliches Potential sich stabil zu regeln und zu reparieren. Krankheitssymptome haben immer eine physikalische, chemische oder biologische Ursache. Regelkreise des Körpers, die über das gesunde Maß hinausschießen, sind stets Versuche des Körpers, die zu Grunde liegenden Ursachen zu kompensieren. Der Körper will überleben und wird in bedrohlichen Situationen Jahrmillionen alte und bewährte Programme abrufen und schnell handeln, selbst wenn dies langfristig weitere Schäden nach sich zieht. Hier ist immer danach zu fragen: Warum macht der Körper das, was er macht?
Gibt es auch eingebildete Beschwerden? Ich würde mal frech behaupten: Nein – zumindest nicht Dauerhaft. Es gibt Angst- und Stressreaktionen, die nach einem Trauma zurück bleiben, aber die kann man sich langsam abtrainieren. Der Körper wird immer versuchen, diese Angstreaktionen in Schutzreaktionen umzuwandeln und nicht Symptome aufzubauen, die Raubtieren Appetit machen. Echte Beschwerden hingegen, wie zum Beispiel ein unerkannter Nährstoffmangel, kann man sich nicht abtrainieren. Ich habe selbst in meinem Umfeld stark psychisch kranke Menschen erlebt. Selbst deren körperliche Symptome hatten, im Nachhinein betrachtet, körperliche Ursachen wie Gewalt, Infektionen oder, in einem Fall sogar Kaliummangel, der dann in der kardiologischen Intensivstation endete. Erst da haben die Ärzte die Patientin ernst genommen und sie dann erfolgreich reanimiert.
Ich möchte Patienten dazu ermutigen, sich selbst zu helfen und trotz allem mit ihren Ärzten zusammenzuarbeiten und ihren Ärzten genau zuzuhören. Wie ein Detektiv bei einem Verhör, sollte der Patient aus allen Aussagen der Ärzte das Maximum an Informationen herauszuziehen. Gleichzeitig sollten Patienten darauf achten, nicht Scharlatanen auf den Leim zu gehen, die in den sozialen Medien viel Unsinn verbreiten, nur um dann Produkte zu verkaufen. Alle Informationen müssen naturwissenschaftlichen Standards genügen.