Yoga

Yoga ist eine indische Lebensphilosophie die dabei helfen kann, die den gesamten Menschen ins Gleichgewicht zu bringen und das Gleichgewicht zwischen Körper, Geist und Seele wieder herzustellen. Das wichtigste Buch, auf dem Yoga aufbaut, ist das Yogasutra von Patañjali. Yoga betrachtet acht Aspekte des menschlichen Lebensweges:
Yama (Äußere Ordnung)
Niyama (Innere Ordnung)
Asana (körperliche Disziplin)
Pranayama (Kontrolle des Atems)
Pratyahara (Rückziehen und Beherrschung der Sinne)
Dharana (Konzentration)
Dhyana (Meditation)
Samadhi (Versenkung, All-Einheit, Verwirklichung des höheren Selbst)

Beim Yoga geht es darum, am Umgang mit sich selbst zu arbeiten und alle Aspekte des Lebens miteinander zu verbinden. Dazu gibt es viele Übungen, die den Rahmen dieses Artikels sprengen würden. Die Arbeit am bewussten Umgang mit sich selbst, führt zu einer Festigung der eigenen Persönlichkeit und hilft, klare Gedanken zu fassen und Gewohnheiten zu erkennen und zu hinterfragen. Auch das kann gegen Gaslighting helfen, weil der Kontakt des Bewusstseins zum Selbst, den eigene körperliche Erfahrungen und den eigenen Sinneseindrücke die Anbindung zur äußeren und inneren Wirklichkeit stärken, ohne dass andere Menschen hier einwirken. Wichtig beim Yoga ist, dass alle Aspekte des Pfades gleichzeitig gepflegt werden. Wer sich zum Beispiel nur auf Meditation oder nur auf Körperübungen beschränkt, kann unter Umständen ernsthafte körperliche Symptome oder eigene schlechte Gewohnheiten ignorieren und schön meditieren. Dieser Fehler ist mir damals passiert.

Um Yoga zu praktizieren ist es sinnvoll, sich einen Yogalehrer über die entsprechenden Berufsverbände zu suchen, z.B. über den Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland e.V. Ein guter Yogalehrer wird seinen Schüler in seinem Wachstumsprozess fördern und ihn keinesfalls abhängig von sich machen. Mein Yoga-Lehrer hatte mir vor vielen Jahren den Weg des Yoga vorgestellt. Er hat mir auch gezeigt, wie der Yoga-Weg trotz schwerer Krankheit die Lebensqualität ermöglicht. Leider konnte er mich nicht lange auf dem Weg begleiten, da er in hohem Alter viel zu früh verstorben ist. Ich erinnere mich aber noch, wie erstaunt ich war, als er mir im Alter von über 80 Jahren zeigte, dass er trotz überstandener Krebserkrankung wieder einen Kopfstand machen konnte. Ich weiß, dass mit Yoga viel möglich ist, aber dass Yoga nicht dazu benutzt werden darf, um die Wichtigkeit der Suche nach den wahren Ursachen von Erkrankungen zu überdecken.

Als literarische Grundlage für die Yoga-Praxix verwende ich persönlich das Buch Sriram, R: Patañjali – Das Yogasutra. Von der Erkenntnis zur Befreiung. Einführung, Übersetzung und Erläuterung von R. Sriram. Theseus Verlag. Stuttgart, 2006. In diesem Buch wird das Yogasutra schön und anschaulich erläutert, während gleichzeitig seine wörtliche Bedeutung ohne Wertung stehen gelassen wird.

Yoga aus christlicher Sicht
Leider habe ich die Erfahrung machen müssen, dass in manchen christlichen Kreisen Yoga als heidnische Praktik gesehen wird. In diesen christlichen Kreisen wird Yoga abgelehnt und Menschen, die Yoga praktizieren sollen, wird mit der Hölle gedroht. Aus meiner Sicht ist das völliger Blödsinn, der von Leuten erzählt wird, die keine Ahnung haben. Yoga, so wie er durch Patañjali beschrieben ist, ist in erster Linie eine Lebensphilosophie, die aus Indien stammt .. und ja .. Patañjali war kein Christ. Niemand verlangt von einem Christen, der Yoga praktizieren möchte, dass er dem Hinduismus beitritt, genau so wenig wie von einem Christen, der im Lateinunterricht klassische antike Werke liest verlangt wird, dass er im Jupitertempel Opferkulte durchführt. Wenn ich so darüber nachdenke, ich kenne einen Jupitertempel, bei dem ich mal wieder vorbeischauen sollte .. Es gilt das, was Paulus schon sagte: „Prüft alles, und behaltet das Gute“. (1. Thess. 5,21) Was gut ist, muss jeder Mensch für sich entscheiden und selbst mit der höheren Instanz ausmachen, an die er glaubt.